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Plötzlich Gegenwind
HAZ Wirtschaftszeitung

Windkraftanlagen Plötzlich Gegenwind

Neue Windkraftanlagen müssen künftig ausgeschrieben werden. Vor allem Privatinitiativen werden es dann schwer haben, einen Bürgerwindpark zu eröffnen.

Drei Jahre hat die Planung gedauert. Vier Windräder will die Naturenergie Genossenschaft in der Region Hannover aufstellen, um damit rund 18.000 Haushalte mit Ökostrom zu versorgen. 250 Mitglieder hat sie bereits, 500 weitere Interessenten stehen auf der Warteliste. Im Juni hat die Genossenschaft den Genehmigungsantrag abgegeben, Ende des Jahres sollte es losgehen. Endlich.

Doch daraus wird nun nichts. Der Start ist verschoben, auf ungewisse Zeit. Es ist sogar unklar, ob es den Windpark überhaupt jemals geben wird. Denn ab gilt ein neues Ökostromgesetz – und das begrenzt den Ausbau der Windenergie. Wer neue Windräder installieren will, muss sich an einer Ausschreibung beteiligen. Den Zuschlag erhält, wer am wenigsten Geld für den erzeugten Windstrom verlangt.

Diese Neuregelung, so fürchten Branchenexperten, dürfte vor allem für kleine Anbieter zum Problem werden, allen voran die Bürgerwindparks sind in Gefahr. Das sind Windkraftanlagen in der Hand zumeist regionaler Anleger – so wie es auch die hannoversche Genossenschaft plant. Hier profitieren nicht einzelne Betreibergesellschaften oder externe Investoren von der Stromproduktion, sondern die Bürger als Genossen. Und ein Großteil der Wertschöpfung bleibt in der Region.

Im Wettbewerb mit finanzstarken Konzernen und Investoren hätten die Bürgerwindparks kaum eine Chance, glaubt Marcus Biermann, Vorstand der Naturenergie Genossenschaft für die Region Hannover. „Am Ende werden die Bürgergesellschaften aus dem Markt verdrängt“, ist er überzeugt. Denn der Wettbewerb laufe über den Preis. Und natürlich habe ein großer Investor beim Hersteller eine ganz andere Verhandlungsmacht als eine Gruppe Bürger, die zusammen nur einzelne Windräder bestellt.

Angesichts von Protesten hat die Bundesregierung das Gesetz zwar nachgebessert. Bürgerwindparks müssen – anders als externe Investoren – zum Zeitpunkt der Ausschreibung die Genehmigung für ihren Windpark noch nicht in der Tasche haben. Dadurch sollen ihnen Investitionen im Vorfeld erspart bleiben. Diese Ausnahme gilt für Windparks, an denen mindestens zehn Bürger mit je maximal Prozent der Anteile beteiligt sind. Mindestens die Hälfte von ihnen muss zudem in dem Landkreis wohnen, in dem der Windpark entstehen soll.

Doch dieses Privileg allein reiche nicht aus, sagt Linda Kabalan vom Landesverband Niedersachsen/Bremen des Bundesverbandes für Windenergie. Die Genehmigung sei nur der allerletzte Schritt auf einem sehr langen Weg. Bis dahin würden schon viele Tausend Euro Kosten anfallen, beispielsweise für Verträge mit den Eigentümern der Stellplätze sowie für Vogelschutz- und Fledermausgutachten. Bei völlig ungewissem Ausgang einer Ausschreibung könnten es sich Bürgerenergie- Genossenschaften nicht leisten, dieses Kostenrisiko einzugehen. „Wir haben schon jetzt von vielen die Rückmeldung“, so Kabalan, „dass sie ihr Projekt

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