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Alle Wege führen nach Hannover Multikulti erfordert Flexibilität

Internationale Klientel Multikulti erfordert Flexibilität

Couscous mit Lammfleisch und Gemüse? Berjani-Reis mit Huhn und Joghurt? Oder doch lieber den Rheinischen Sauerbraten mit Kartoffeln? Schon die tägliche Speisekarte liefert deutliche Hinweise darauf, dass die Küche nicht allein auf die geschmacklichen Gewohnheiten deutscher Patienten Rücksicht nimmt.

Essensplan: Die Bedürfnisse der Patienten werden flexibel ausgeklügelt.

Quelle: Martin Steiner

Und auch sonst fehlt es im INI nicht an Hinweisen auf die Internationalität der Klientel: Sämtliche Schilder zu Stationen und Einrichtungen sind dreisprachig gehalten (Deutsch, Englisch, Arabisch), in der Eingangshalle stehen Männer in arabischen Gewändern und verschleierte Frauen, und in der Auslage der Caféteria finden sich belegte Käsebrötchen neben türkischem Zuckergebäck.

Das International Neuroscience Institute ist ein internationales Krankenhaus. Fast die Hälfte der Patienten stammt aus dem Ausland, rund ein Drittel kommt aus dem arabischen Raum. Das ist ein Verdienst des guten Rufs der Klinik, ein Glück für die Auslastung, aber auch eine Herausforderung für die Organisation: Wie verhindert man, dass der israelische Patient mit dem ägyptischen Flurnachbarn in eine etwas engagiertere Diskussion über Nahostpolitik gerät? Wie kann man vermeiden, dass sich die Kopftuch tragende Türkin vom Anblick der etwas freizügiger gekleideten finnischen Schauspielerin gestört fühlt? Und was passiert, wenn dem persischen Gast während des Ramadan das Fasten umso schwerer fällt, weil mittags die Schnitzel in die anderen Zimmer getragen werden?

Die Lösung liegt für Pflegedirektor Frank Repschläger in der Flexibilität: „Wir gehen auf jeden Patienten individuell ein.“ Das beginnt bei der Sprache: Auch für die selteneren Idiome hält das INI Dolmetscher bereit. Hilfreich seien auch die ausländischen Wurzeln zahlreicher Mitarbeiter, betont Repschläger. So gibt es unter den etwa 120 INI-Angestellten Männer und Frauen, die fließend Philippinisch, Russisch, Persisch, Polnisch und viele weitere Sprachen sprechen – und Verständnis für die jeweilige Kultur mitbringen.

Die arabischen Patienten indes können mit den deutschen Frühstücksgewohnheiten herzlich wenig anfangen – vor allem mit der Zeit: „Vor zehn Uhr wird da nichts gewünscht“, erklärt Repschläger. Überhaupt, das Essen: Nicht nur auf die Vorlieben, sondern auch auf die religiösen Vorschriften muss das Krankenhaus Rücksicht nehmen – weshalb es zum Beispiel das koschere Essen für die jüdischen Patienten von der Jüdischen Gemeinde kommen lässt. Das laut Repschläger Wichtigste jedoch lässt sich weder durch ausgeklügelte Essenspläne noch durch polyglotte Beschriftungen ersetzen: das Gespräch mit dem Patienten und das Eingehen auf seine Vorstellungen und Bedürfnisse.

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INI, Hannover

Wenn die Reisekilometer ein Gradmesser für Qualität und Ruf einer Klinik sind, dann steht es ausgezeichnet um das INI. Für eine Operation scheuen viele Patienten keine Mühen - sie kommen aus Arabien, aus Südafrika, Russland und der Türkei.

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