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Das Herz schlägt in der „Brain Suite“ Der Maßschneider

Orthopädische Chirurgie Der Maßschneider

Prof. Ulrich Bosch hilft Patienten mit individuellen Lösungen für künstliche Hüft-und Kniegelenke oder orthopädische Eingriffe.

"Die bestmögliche Lösung finden": Prof. Ulrich Bosch

Quelle: Handout

Hannover. Kleidung von der Stange ist für die meisten Menschen eine gute Lösung. Das Gleiche gilt für Implantate wie künstliche Hüft- oder Kniegelenke oder orthopädische Eingriffe. Doch manchmal muss die Lösung maßgeschneidert sein – und dafür ist Prof. Ulrich Bosch vom Zentrum für orthopädische Chirurgie und Sporttraumatologie im International Neuroscience Institute (INI) der Spezialist. Im Groß Buchholzer „Hirnhaus“ bietet er seit Anfang 2003 in seiner Privatklinik orthopädische Operationen auf höchstem Niveau an.

„Wir haben uns von Anfang an auf die Bereiche Schulter, Hüfte und Knie konzentriert“, sagt Bosch. „Bei den Patienten hat sich aber sehr viel geändert. Anfangs überwogen die einfachen Eingriffe, jetzt haben wir sehr viel Revisionschirurgie.“ Die „Revisionsoperationen“ betreffen Patienten, die bereits voroperiert wurden, aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Oftmals können sie sich nicht flüssig bewegen, es haben sich Narben gebildet, oder Sport ist ihnen unmöglich. „Der Prozentsatz an schwierigen Fällen nimmt zu“, sagt Bosch. „Bis zu zwei Drittel unserer Patienten sind bereits voroperiert.“ Immer häufiger kommen zudem ausländische Patienten aus Südamerika, Nordafrika oder Russland, die nach der Erstbehandlung in ihrem Heimatland über nicht verheilte Brüche, entzündete Wunden oder schlechte Beweglichkeit klagen.

Ihnen hilft der Orthopäde mit einer individuellen Lösung. „Man muss sich in die Lage des Patienten hineinversetzen und für ihn die bestmögliche Lösung finden“, sagt Bosch. Dazu ist manchmal regelrechte Detektivarbeit nötig. So musste der Chirurg bei einem seiner Patienten nach intensivem Studium der alten Röntgenbilder feststellen, dass bei der Operation der Schulterverletzung ein Teil der Strukturen nicht korrekt zusammengefügt wurde. Das verursachte später Schmerzen.

Bosch selbst betreibt bei seinen Operationen lieber mehr Aufwand, um das beste Ergebnis zu bekommen. „Das Entscheidende dabei sind die Operationstechniken“, sagt er. Beispielsweise nutzt er sogenannte weichteilorientierte Techniken, um Knieprothesen einzusetzen – bei kompletten Ersatzgelenken ebenso wie bei einseitigen Prothesen. Mit einem speziellen Federspanner misst Bosch vor und nach dem Eingriff die Spannung der Bänder, die das Kniegelenk stabil halten. So kann er diese nach dem Einsetzen der Prothese millimetergenau justieren. Für die Patienten bedeutet das weniger Schmerzen und eine schnellere Wundheilung.

Besonders schonend ist auch die individuelle Knieprothese. „Bei relativ jungen Patienten unter 50 Jahren setzt man kein künstliches Knie ein“, erklärt Bosch. Denn die Implantate halten in der Regel nur zehn bis 15 Jahre und müssten dann mehrfach ausgetauscht werden. Für einige Patienten ist eine maßgefertigte Einlage, für die kein Knorpel entfernt werden muss, die bessere Lösung. Dieses „ConforMIS-Implantat“ wird anhand der Patientendaten aus dem Kernspintomogramm oder Computertomogramm eigens in den USA anfertigt.

Bei jungen Sportlern, bei denen der Gelenkknorpel durch einen Unfall geschädigt ist, käme auch ein künstlicher Knorpelersatz infrage, sagt Bosch. „Da gibt es jetzt neue Entwicklungen, die weniger Aufwand nötig machen als die bisherigen Systeme.“ Ein künstliches Gelenk aus dem Gewebezuchtlabor sei dagegen noch Zukunftsmusik. „Es wäre toll, wenn wir alles biologisch reparieren könnten“, meint der Orthopäde. „Aber das ist heute nicht abzusehen.“

Vorerst setzt Bosch auf eine individuelle Behandlung mit neuesten Methoden und eine gut abgestimmte Physiotherapie. „Die Nachbehandlung ist ganz entscheidend“, sagt er. „Die ersten Anwendungen machen wir meist hier im Haus. Bei der Entlassung bekommen die Patienten dann detaillierte Behandlungspläne.“

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