Der Neurochirurg hatte eine Vision vor Augen, die er bis heute mit großem Ehrgeiz verfolgt: „Blinde sollen wieder sehen, Taube sollen wieder hören, Gelähmte sollen wieder gehen.“ So steht es in den Broschüren, mit denen die Stiftung für ihre Ziele wirbt. Sie unterstützt Forschungsprojekte, die sich mit der Reparatur geschädigter Nervenzellen mithilfe winziger elektronischer Implantate beschäftigen. Dabei werden Methoden von Neurowissenschaften, Biologie und Technik vereint – Samii prägte dafür den Begriff „Neurobionik“.
Der visionäre Gedanke habe ihn begeistert, sagt Prof. Klaus Goehrmann. Der frühere Messechef gehört zu den 20 Gründungsmitgliedern und ist seit dem ersten Tag Vorstandsvorsitzender der Stiftung Neurobionik. Diese sei die „Keimzelle“ für das INI gewesen, erklärt er. Damals wie heute fördert sie Forschungsvorhaben der von Samii geleiteten Hirnklinik. Goehrmann betont, dass nicht nur das INI von dem Stiftungsgeld profitiere. Auch Projekte der Medizinischen und der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der hannoverschen Leibniz Universität und weiterer Partner erhalten Geld – als Anschub- oder Abschlussfinanzierung jeweils in einer Größenordnung zwischen 20 000 und 250 000 Euro.
36 Forschungsvorhaben hat die Stiftung bisher gefördert, dazu kommen rund 100 Promotionsprojekte und Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern. Zudem lobt die Stiftung alle zwei Jahre den mit 25 000 Euro dotierten „International Neurobionik Award“ aus, der im Januar 2011 zum sechsten Mal an internationale Pioniere der Neurobionik verliehen wird.
Die Stiftung, die etwa 500 Gönner hat, wird von Führungskräften der Wirtschaft unterstützt. Vizevorsitzender ist der frühere Chef der Nord/LB, Manfred Bodin; auch VGH-Chef Rolf Pohlhausen und Herbert Flecken, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack, gehören dem Stiftungsvorstand an. Zum Senat zählen Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Verlages, TUI-Chef Michael Frenzel und Friedhelm Haak, Vorsitzender des Madsack-Aufsichtsrates.
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