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Prof. Madjid Samii: „Entscheidend ist die Begeisterung“ Leistungsmaxime in aller Herzlichkeit

Prof. Amir Samii Leistungsmaxime in aller Herzlichkeit

Das väterliche Vorbild hat Prof. Amir Samiis Berufswahl geprägt - heute ist der stellvertretende INI-Leiter ebenfalls ein bedeutender Neurochirurg.

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Prof. Amir Samii in seinem Büro im INI

Quelle: Surrey

Ungezählte Stunden hat Amir Samii als kleiner Junge im Nordstadtkrankenhaus verbracht. Nicht als Patient – der Zehnjährige konnte es einfach nicht lassen, nach Schulschluss und am Wochenende in der Klinik vorbeizuschauen. Dort arbeitete sein Vater als Neurochirurg, und Amir war fasziniert von allem, was mit dem Beruf zu tun hatte. „Ich denke, damals ist unbewusst die Entscheidung für meinen späteren Lebensweg gefallen“, sagt er heute. Der 39-Jährige ist Professor für Neurochirurgie. Wie sein Vater Madjid Samii. Und beide sind auch heute noch im Berufsalltag eng miteinander verbunden: Amir Samii ist der stellvertretende Leiter des International Neuroscience Institute (INI), das Madjid Samii vor zehn Jahren gegründet und mit seinem Sohn aufgebaut hat.

Amir Samii sitzt im blauen OP-Kittel im Sessel seines Büros und hat stets ein Auge auf sein Mobiltelefon, über das er im Notfall in den Operationssaal gerufen wird. Er wirkt konzentriert und entspannt zugleich, antwortet sachlich und präzise, plaudert aber auch offen über Persönliches und lässt einen Sinn für feinen Humor erkennen. „Ich habe mich völlig bewusst in mein Schicksal ergeben“, sagt er schmunzelnd auf die Frage, ob er in der Familie Samii auch etwas anderes als Neurochirurg hätte werden können. Sein Vater, zu dem er ein herzliches Verhältnis habe, habe bei der Entscheidung über die berufliche Zukunft keinerlei Druck auf ihn ausgeübt. „Er hat mich stets um meine Meinung gebeten und in seine Entscheidungen einbezogen.“

Über Bedenken, dass er von anderen ständig mit seinem Vater verglichen wird, setzt Amir Samii sich selbstbewusst hinweg: „In unserer Familie gilt die Maxime, dass man mit Leistung überzeugen kann.“ Der 39-Jährige, dessen Eltern aus dem Iran stammen, wurde in Mainz geboren und kam mit acht Jahren nach Hannover. Er plante seine Karriere zielstrebig: Nach dem Studium an der MHH folgten Auslandsaufenthalte an der University of California in Los Angeles und in Chicago sowie zwei Jahre an der Berliner Charité. 1999 wechselte er ans Nordstadtkrankenhaus, habilitierte sich mit 31 Jahren an der MHH und übernahm 2003 einen Führungsposten in der Neurochirurgie des INI.

Wie sein Vater steht auch Amir Samii täglich bis zu sieben Stunden im Operationssaal. Er hält Vorlesungen an der MHH und betreut Examensarbeiten. Mehrmals im Jahr sind Madjid und Amir Samii, der sechs Sprachen spricht, gemeinsam auf Kongressen zu Gast. „Manchmal treten wir sogar hintereinander als Redner auf.“ Beide, sagt der Sohn, verbinde eine uneingeschränkte Leidenschaft für ihr Fach: „Über die Neurochirurgie können wir stundenlang reden – wie andere über Fußball.“

Aber auch über Fußball diskutiert Amir Samii gern. Mit seinem sechsjährigen Sohn Sami besucht er die Spiele von Hannover 96; die zweijährige Tochter Alia zieht es eher in den Zoo. Er versuche, so häufig wie möglich mit der Familie zusammen zu sein, sagt Amir Samii. Vor Kurzem hat er endlich die Zeit gefunden, zum ersten Mal mit seiner Frau Inga, mit der er seit 1995 verheiratet ist, und den Kindern in das Heimatland seiner Eltern zu reisen: Im April waren sie bei der Grundsteinlegung für das INI in Teheran.

Auf die Frage, wann er im INI in die erste Reihe aufrücken wird, sagt Amit Samii nur: „Darüber mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist.“ Solange es seinem Vater gesundheitlich gut gehe, bleibe alles wie bisher. „Ich halte mich gern im Hintergrund.“ Möglicherweise ist auch sein potenzieller Nachfolger schon in Sicht: Der kleine Sami begleitet seinen Papa Amir jedenfalls sehr gern auf der Visite.

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