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Hüftgelenkoperationen in Hannovers Kliniken

Der Qualitätstest

Von Nicola Zellmer

Woran erkennt man eine gute Behandlung? Weil Leistungen in der Medizin und Pflege schwer zu messen sind, gibt es seit acht Jahren die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS), die Ergebnisse der medizinischen und pflegerischen Qualität an deutschen Krankenhäusern erfasst.

Dafür müssen alle 1500 Krankenhäuser im Bundesgebiet nach Abschluss einer Behandlung bestimmte Daten – Qualitätsindikatoren – an die jeweilige BQS-Landesgeschäftsstelle melden.

Diese Indikatoren sind für den Heilungsverlauf von entscheidender Bedeutung – auch nach einer Hüftgelenkoperation, die heute als Routineeingriff gilt. Mehr als 152 000 sogenannter Hüft-Endoprothesen wurden im Jahr 2007 in Deutschland implantiert, davon mehr als 15 000 in Hannovers Kliniken. Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks zählt damit in Deutschland zu den häufigsten Operationen, die in den meisten Fällen ausgezeichnete Behandlungsergebnisse erzielen.

Im Vergleich der Kliniken Hannovers gibt es verschiedene Qualitätsmerkmale, zum Beispiel wird gemessen, wie häufig es bei Patienten nach einer Operation zu Nachblutungen kam oder wie viele Patienten gehfähig waren, als sie aus dem Krankenhaus in eine Rehaklinik verlegt wurden. Für die Sophienkliniken Vahrenwald und Hannover liegen für das Jahr 2007 keine Angaben vor.

Ausrenken der künstlichen Hüfte

Ein Ausrenken des künstlichen Hüftgelenks verursacht beträchtliche Schmerzen und verzögert den Heilungsverlauf. Tritt diese Komplikation wiederholt auf, muss sich der Patient einer zusätzlichen Operation unterziehen. Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn ein Ausrenken der Hüfte vermieden werden kann.
Das Ergebnis: Ausrenkungen waren 2007 in den hannoverschen Kliniken Einzelfälle. Im Annastift kam es in sieben von 829 Fällen zu dieser Komplikation. Dies entspricht einem Prozentsatz von 0,8. Das Clementinenhaus schneidet mit einem Prozentsatz von 3,1 am schlechtesten ab – betroffen war einer von 32 Patienten.

Wundinfektionen

Wundinfektionen können zu einem verlängerten Krankenhausaufenthalt, einer erneuten Operation und einer langen Behandlung mit Antibiotika führen. Das Risiko für eine Wundinfektion steigt, je länger die Operation dauert. Hohes Alter und Diabetes sind weitere Risikofaktoren. Das Risiko sinkt, wenn die Patienten während der Operation Antibiotika erhalten. Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn die Zahl der Wundinfektionen gering ist.
Das Ergebnis: 2007 kam es 19-mal in den hannoverschen Kliniken zu Wundinfektionen im Anschluss an eine Hüftgelenkoperation. Fast alle Kliniken erfüllten die Vorgaben für „gute Behandlungsqualität“. Das Ziel verfehlten das Klinikum Neustadt am Rübenberge (mit drei von 95 Fällen) und das Klinikum Agnes Karll in Laatzen (mit sechs von 99 Fällen). Die Abweichungen bedeuten keine Beeinträchtigung der medizinischen Qualität; jedoch erfolgt im nächsten Jahr eine erneute Kontrolle durch die Prüfgremien.

Folgeeingriffe wegen Komplikationen

Wenn nach der Operation Komplikationen auftreten, kann unter Umständen sogar ein erneuter Eingriff notwendig werden. Befindet sich der Patient zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in stationärer Behandlung, muss er sich dafür wieder ins Krankenhaus aufnehmen lassen. Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn Folgeeingriffe nur selten erforderlich sind.
Das Ergebnis: Eine erneute Operation kam 2007 nur selten vor. Damit blieben fast alle Kliniken unterhalb der für gute Qualität festgesetzten Neun-Prozent-Grenze. Nur am Klinikum Agnes Karll in Laatzen kam es in mehr als neun Prozent der Fälle zu einem Folgeeingriff; genauer: 9,1 Prozent, in neun von 99 Fällen.

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