Wirksam wird die leicht basische Flüssigkeit durch die zwölf Prozent Gallensalze, die in ihr enthalten sind. Außerdem finden sich im Gallensaft Enzyme, Phospholipide und eine Reihe weiterer Bestandteile. Besonders hervorzuheben sind dabei die Abbauprodukte des Blutfarbstoffs Hämoglobin, das grünliche Biliverdin und das gelbliche Bilirubin. Sie geben dem Gallensaft seine grüne Farbe, die auch für den Namen des Speicherorgans Pate stand. Denn das Wort Galle leitet sich von der indogermanischen Wurzel -ghel ab, die für „gelb“ beziehungsweise „grün“ steht.
Der in der Galle vorhandene gelbe Farbstoff Bilirubin spielt übrigens auch eine Rolle bei dem als Gelbsucht (Ikterus) bekannten Symptom, das etwa für Lebererkrankungen wie eine akute Hepatitis typisch ist. Weil die Leber erkrankt ist und ihre Abbau- und Entgiftungsfunktion nicht wahrnehmen kann, steigt die Konzentration des Bilirubins im Blut stark an und lagert sich in der Haut und im Weiß der Augen ab.
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