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Bauchspeicheldrüse

Drüsen, Gifte und Hormone

Von Veronika Thomas

So fabelhaft ausgeklügelt unser Verdauungssystem auch konstruiert ist – ohne Leber und Bauchspeicheldrüse würde dieser Apparat nicht funktionieren.
Prof. Michael Manns, Direktor der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH

Prof. Michael Manns, Direktor der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH

© Frank Wilde

Die nur 100 Gramm schwere Bauchspeicheldrüse sieht aus wie eine 15 Zentimeter lange und fünf Zentimeter breite Zunge. Sie erstreckt sich von der Milz bis zum Zwölffingerdarm, in den sie ihre Säfte abgibt. Die Drüse produziert täglich rund zwei Liter Bauchspeichel. Dieser enthält 20 verschiedene Verdauungsenzyme, die die Nährstoffe aus der Nahrung im Dünndarm zerlegen und für den Körper verfügbar machen.

Unsere wichtig-ste Verdauungsdrüse produziert aber auch Hormone wie das lebenswichtige Insulin, das den Blutzucker (Glukose) und damit den Energiehaushalt reguliert. Fehlt Insulin, kann Glukose nicht vom Blut in die Körperzellen gelangen, der Zuckergehalt im Blut steigt an. Passiert das immer wieder, erkranken wir an Diabetes. Eine der häufigsten Krankheiten der Bauchspeicheldrüse ist die chronische Entzündung. Auslöser können fortgesetzter Alkoholmissbrauch, aber auch Gallensteine sein.

Die Leber wiederum ist unser zentrales Stoffwechselorgan. „Sie ist unsere Chemiefabrik“, unterstreicht Prof. Michael Manns, Direktor der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH. Die 1,5 Kilogramm schwere Drüse liegt im rechten Oberbauch über der Bauchspeicheldrüse. Sie produziert den Gallensaft, ohne den unser Fettstoffwechsel nicht funktionieren würde. Etwa 90 Liter Blut fließen stündlich durch die Leber. Zum einen gelangen zerkleinerte Nährstoffe aus dem Darm wie Fette, Zucker, Aminosäuren und Vitamine in das Stoffwechselkraftwerk. Gleichzeitig filtert die Leber über die Pfortader alle Schadstoffe heraus, die in unserem Körper nichts zu suchen haben: Darüber hinaus speichert die Leber überschüssige Nährstoffe aus dem Blut und gibt sie bei Bedarf wieder ab: Zucker und Fette für die Energieversorgung, Vitamine und Mineralien zur Blutbildung, Proteine, die bei Entzündungen und Verletzungen sofort als Immunabwehrstoffe zum Einsatz kommen.

Auch wenn die Leber ein Kraftwerk ist, das geduldig Umweltgifte, Schwermetalle, Alkohol- und Fast-Food-Exzesse abarbeitet, sollte man es mit ihr nicht übertreiben. „Zu viel Fett und zu viel Alkohol, aber auch Virusinfektionen und genetische Erkrankungen können den Stoffwechsel nachhaltig beeinträchtigen und zur Schrumpfleber, einer Zirrhose und Leberkrebs führen“, sagt Manns.

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