Dabei sind die Risikofaktoren längst bekannt: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes und Bluthochdruck. MHH-Herzchirurg Prof. Axel Haverich weiß aber, dass es selbst bereits erkrankten Menschen schwer fällt, ihre Lebensweise zu ändern. „Nach der Entlassung folgen vielleicht die Hälfte der Patienten meinen Ratschlägen zur Vorbeugung“, sagt Haverich.
Eine Hürde ist oft die regelmäßige Bewegung. Dabei wirkt sich Sport gleich in mehrfacher Hinsicht positiv auf das Herz aus: Der Muskel passt sich an die Belastung an, wird kräftiger, und die Herzfrequenz sinkt. Ein trainiertes Herz pumpt mehr Blut. Dadurch werden alle Organe besser mit Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen versorgt. Das kurbelt auch den Fettstoffwechsel an, und die Blutfettwerte sinken.
Fette im Blut sollte man keinesfalls verteufeln, denn der Organismus benötigt sie als Baustoffe und Energielieferanten. Im Blutstrom werden sie transportiert und entweder gleich verbrannt oder gespeichert. Ist das Blut allerdings mit Fetten überladen, fördert das die Ablagerung von Fettpartikeln an den Wänden der Blutgefäße – eine häufige Vorstufe zum Herzinfarkt. Fettreiche Mahlzeiten und zu viele Kohlenhydrate, die der Körper in Fette umwandeln kann, erhöhen den Blutfettspiegel. Liegt der Cholesterinwert bei 200 Milligramm pro 100 Milliliter Blut, spricht das für eine behandlungsbedürftige Fettstoffwechselstörung.
Dass Rauchen nicht gesund ist, weiß mittlerweile jeder. Wer das Qualmen aufgibt, hat schon nach wenigen Monaten ein deutlich geringeres Risiko für eine Herzkrankheit. Nach ein paar Jahren gleicht das Risiko dem eines Nichtrauchers.
Häufig unterschätzt wird der Bluthochdruck – weil man ihn nicht spürt. Doch die Folgen sind dramatisch: Fast jeder Dritte stirbt an Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungeninfarkt oder Nierenversagen. Vom 20. Lebensjahr an sollte man regelmäßig seinen Blutdruck messen lassen.
Die genannten Faktoren erklären jedoch nicht alle Herzinfarkte. So liegen etwa die Cholesterinwerte bei vielen Herzpatienten im normalen Bereich. Die jüngste Forschung konzentriert sich daher stärker auf Störungen der Blutgerinnung und auf die entzündlichen Prozesse in den Gefäßen. Dennoch sollte jeder versuchen, die Faktoren, die er selbst beeinflussen kann, auszuschalten – um so das Gesamtrisiko zu minimieren. Dabei helfen auch die Krankenkassen: Sie beteiligen sich an Präventionskursen von Wassergymnastik bis Nordic Walking mit bis zu 80 Prozent der Kosten.
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