Tiefes Atmen lässt uns auch unsere Gefühle stärker wahrnehmen. Wer einmal aus ganzer Seele seufzt, löst manchmal sogar ein Weinen aus, das er bis dahin unterdrückt hat. Normalerweise holen wir ruhig und gleichmäßig mit einer Frequenz von 16 bis 20 Atemzügen pro Minute Luft. Im Schlaf oder in Trance atmen wir dann sogar nur noch zwölfmal pro Minute. Bei Anstrengung oder Stress dagegen geht es richtig los: Unsere Atemfrequenz erhöht sich auf weit mehr als 20 Atemzüge pro Minute, das Herz rast, und der Kopf scheint uns zu zerspringen. Probieren Sie in so einer Situation doch einmal, gegen den Stress anzuatmen! Denn es ist physiologisch unmöglich, ruhig zu atmen und gleichzeitig aufgeregt zu sein.
Für eine einfache Anti-Stress-Atmung atmen Sie ein, zählen bis fünf und atmen dann langsam aus, während Sie sich selbst sagen: „Ich entspanne mich.“ Anschließend konzentrieren Sie sich darauf, jeweils drei Sekunden ein- und drei Sekunden auszuatmen. Auf diese Weise landen Sie bei tiefschlafartigen zehn Atemzügen pro Minute. Machen Sie die Übung so lange, bis Sie völlig entspannt sind. Unser Tipp: Üben Sie das ruhige Atmen vorher schon einmal ohne Stress. Dann fällt es nachher leichter.
Sauerstoff ist übrigens ein exzellenter Fitmacher, der nichts kostet. Um Kraft über die Lunge zu tanken, ist es gar nicht nötig, eine Sauerstoffbar zu besuchen und reinen Sauerstoff aus der Flasche zu konsumieren. Gehen Sie lieber hinaus in die Natur, und genießen Sie die frische Luft. Am allerbesten wirkt Sauerstoff mit Bewegung: Das stärkt Herz und Kreislauf, putzt die Adern und hält sie elastisch. So wird der Sauerstoff später schneller zum Zielorgan transportiert. Ganz nebenbei steigern Rad fahren, Joggen oder Walken im Freien dann auch noch die Ausdauer – und vergrößern die Atemkapazität. Während „Schreibtischtäter“ normalerweise ein Sauerstoffaufnahmevermögen von 45 Millilitern pro Minute und Kilogramm Körpergewicht haben, bringen es Leistungssportler durch regelmäßiges Training locker auf das Doppelte.
HAZ.de Anmeldung