Etwa 300 000 bis 400 000 Menschen in Deutschland leiden an der degenerativen Krankheit, die durch das Absterben von dopaminbildenden Zellen in dem Substantia nigra genannten Mittelhirnbereich gekennzeichnet ist. „Parkinson ist eine Erkrankung des mittleren und höheren Lebensalters“, erklärt Prof. Joachim Krauss, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Das Problem wird in der alternden Bevölkerung noch größer.“ Meist zeigen sich die ersten Krankheitszeichen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Die auslösenden Ursachen sind weitgehend unbekannt.
Die Hauptsymptome der Parkinsonkrankheit sind Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Tremor) und Bewegungsarmut (Hypokinese), die bis zur kompletten Bewegungslosigkeit führen kann. „Neben diesen motorischen Symptomen können auch Schmerzen, Stimmungsveränderungen oder Schlafstörungen auftreten“, sagt Krauss. Üblicherweise wird die Erkrankung mit Dopamin oder dopaminähnlichen Medikamenten behandelt. Doch gerade in fortgeschrittenenen Stadien bringen die Arzneimittel häufig kaum noch eine Besserung. Etwa zehn bis 20 Prozent der Parkinsonpatienten können die Ärzte dann mit einem chirurgischen Eingriff helfen.
Bei der Neuromodulation oder tiefen Hirnstimulation implantieren die Chirurgen einen „Hirnschrittmacher“ in ein bestimmtes Hirnareal, den Nucleus subthalamicus oder den Globus pallidus. Dort gibt eine Elektrode über winzige Drähte kleine Stromstöße ab, die überaktive Fehlimpulse des Gehirns unterdrücken. „Damit können wir vorwiegend die Bewegungsstörungen bessern und Medikamente einsparen“, erklärt Krauss. „Wir wenden diese Methode inzwischen standardmäßig an.“
Ein Problem der tiefen Hirnstimulation ist jedoch laut Krauss, dass sie nur die Bewegungssymptome bessert. Deshalb forschen die Neurologen an weiteren Möglichkeiten, den Parkinsonkranken zu helfen. Ein Beispiel ist die Gabe von Wachstumsfaktoren direkt ins Gehirn, die die dopaminproduzierenden Zellen wieder aufpäppeln sollen. Auch gentherapeutische Verfahren oder eine Stammzelltransplantationen seien mögliche Ansätze, berichtet Krauss.
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