Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Parkinson

Strom gegen das Zittern

Von Nicola Zellmer

Unter den Erkrankungen von Gehirn und Nervensystem gehört die Parkinsonkrankheit zu den bekanntesten – nicht zuletzt, weil auch Prominente wie den Boxchampion Muhammed Ali betroffen sind.

Etwa 300 000 bis 400 000 Menschen in Deutschland leiden an der degenerativen Krankheit, die durch das Absterben von dopaminbildenden Zellen in dem Substantia nigra genannten Mittelhirnbereich gekennzeichnet ist. „Parkinson ist eine Erkrankung des mittleren und höheren Lebensalters“, erklärt Prof. Joachim Krauss, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Das Problem wird in der alternden Bevölkerung noch größer.“ Meist zeigen sich die ersten Krankheitszeichen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Die auslösenden Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Die Hauptsymptome der Parkinsonkrankheit sind Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Tremor) und Bewegungsarmut (Hypokinese), die bis zur kompletten Bewegungslosigkeit führen kann. „Neben diesen motorischen Symptomen können auch Schmerzen, Stimmungsveränderungen oder Schlafstörungen auftreten“, sagt Krauss. Üblicherweise wird die Erkrankung mit Dopamin oder dopaminähnlichen Medikamenten behandelt. Doch gerade in fortgeschrittenenen Stadien bringen die Arzneimittel häufig kaum noch eine Besserung. Etwa zehn bis 20 Prozent der Parkinsonpatienten können die Ärzte dann mit einem chirurgischen Eingriff helfen.

Bei der Neuromodulation oder tiefen Hirnstimulation implantieren die Chirurgen einen „Hirnschrittmacher“ in ein bestimmtes Hirnareal, den Nucleus subthalamicus oder den Globus pallidus. Dort gibt eine Elektrode über winzige Drähte kleine Stromstöße ab, die überaktive Fehlimpulse des Gehirns unterdrücken. „Damit können wir vorwiegend die Bewegungsstörungen bessern und Medikamente einsparen“, erklärt Krauss. „Wir wenden diese Methode inzwischen standardmäßig an.“

Ein Problem der tiefen Hirnstimulation ist jedoch laut Krauss, dass sie nur die Bewegungssymptome bessert. Deshalb forschen die Neurologen an weiteren Möglichkeiten, den Parkinsonkranken zu helfen. Ein Beispiel ist die Gabe von Wachstumsfaktoren direkt ins Gehirn, die die dopaminproduzierenden Zellen wieder aufpäppeln sollen. Auch gentherapeutische Verfahren oder eine Stammzelltransplantationen seien mögliche Ansätze, berichtet Krauss.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Wissen

Schuld und Software

Kann ein Roboter bestraft werden?

Was passiert, wenn ein Roboter wie dieser neu entwickelte intelligente Senioren-Scooter Schäden verursacht oder Menschen verletzt? Darüber diskutieren Juristen der der Uni Würzburg.

Roboter sollen im Alltag immer wichtiger werden. Sie helfen alten Menschen oder in Betrieben. Doch was passiert, wenn eine Maschine irrt? Wenn Menschen verletzt werden - wer steht dann vor Gericht? Würzburger Juristen suchen nach Antworten. mehr

KommentareKommentar/e



Anzeige

Laufen

Laufpass

Hannover ist ein Paradies für Jogger! Beim Laufpass 2010 trifft sich Hannovers Läufergemeinde. Hier finden Sie alle Termine und nach jedem Lauf das aktuelle HAZ-Ranking zum Download.

Magazin Gesund

Gesund

Medizin, Fitness, Ernährung, Psychologie - hier finden Sie die Artikel der HAZ-Beilage.

Radfahren

Fahr Rad

Auf zwei Rädern lassen sich die Reize der Region Hannover am besten entdecken. die HAZ-Redakteure Bernd Haase und Thorsten Fuchs haben 15 Touren zusammengestellt.

Sportnachrichten

Madrid-Trauma überwunden

Triathlet Petzold bei Olympia dabei

Foto: Triathlet Maik Petzold hat sich für Olympia qualifiziert.

Das Olympia-Team der Deutschen Triathlon Union ist komplett. Maik Petzold holte sich am Sonntag beim WM-Rennen in Madrid das letzte London-Ticket. Anne Haug und Svenja Bazlen hatten sich einen Tag zuvor qualifiziert. DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel ist zufrieden. mehr

KommentareKommentar/e





Top