Zwar entwickeln die meisten Menschen in den westlichen Industrienationen im Laufe ihres Lebens Gefäßverkalkungen, die Ursachen der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Doch können wir selbst aktiv vorbeugen, um die Arteriosklerose in Schach zu halten.
„Prävention beginnt damit, seine Herz-Kreislauf-Werte zu kennen“, sagt Elisabeth Schieffer, Kardiologin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Einen kardiovaskulären Check rät die Medizinerin jedem Bürger ab 35 Jahren. Wichtig seien vor allem Blutdruck, Cholesterin- und Blutfettwerte, Blutzucker und die Nierenwerte. Wie oft die Untersuchung wiederholt werden muss, hängt vom individuellen Risiko des Patienten ab. „Diabetiker, Raucher und Menschen mit ererbter Neigung zu Herzerkrankungen müssen ihre Werte öfter kontrollieren lassen“, sagt Schieffer. Denn diese Faktoren erhöhten das Risiko für eine Arterienverkalkung.
Wer sich vor Herzkrankheiten schützen möchte, sollte also seinen Lebenswandel überprüfen. Denn vieles, was wir tun, ist Gift für unsere Gefäße. Vor allem Nikotin schadet den Gefäßen, verengt sie und lässt den Blutdruck steigen. Zur Risikogruppe gehören überdies Menschen mit metabolischem Syndrom. Darunter verstehen Mediziner fünf Faktoren, die in ihrer Kombination die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Dazu zählen erhöhte Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte. Außerdem darf die Konzentration von bestimmten Blutfetten aus der Gruppe der Triglyceride einen festgelegten Schwellenwert nicht überschreiten. Zudem gilt ein Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern als riskant. „Leider betrifft das auch immer mehr junge Menschen“, bedauert die Medizinerin. Waren es früher überwiegend ältere Menschen, die mit Herz-Kreislauf-Problemen in die MHH eingeliefert wurden, befinden sich mittlerweile auch 35- bis 40-Jährige darunter. Und weil die Zahl der übergewichtigen Kinder immer mehr zunimmt, erwartet die Kardiologin künftig noch mehr junge Patienten mit Gefäßerkrankungen.
Neben Nikotinverzicht und Medikamenten zur Regulierung der Blutwerte empfiehlt Schieffer daher vor allem gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. „Ratsam ist vor allem die leichte Mittelmeerküche mit viel Gemüse, Fisch und wenig tierischen Fetten“, sagt sie. Wer dann noch regelmäßiges Ausdauertraining wie Walking oder Radfahren betreibt und darauf achtet, dass sich beruflicher und privater Stress in Grenzen halten, der hat schon eine Menge für seine Gesundheit getan.
von Kirsten Allée
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