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Mobilmacher Bewegungsapparat

Was uns bewegt


Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder bringen unseren Körper in Schwung. Der Bewegungsapperat wird vor allem von einer Medizin gesund erhalten: Bewegung.
Wirbelsäulengymnastik in einem Fitnessstudio

Für ausdrucksstarke Bewegungen besitzen wir mehr als 200 Knochen und gut 660 Muskeln. Damit können wir laufen, springen und tanzen, aber auch lachen oder weinen.

© ddp

Warum er Chirurg geworden ist, weiß Prof. Christian Krettek genau. Der Direktor der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) repariert gern. Dabei wachsen gebrochene Knochen eigentlich prima wieder von selbst zusammen. Doch leider ist das Ergebnis meistens nicht so zufriedenstellend wie nach einem operativen Eingriff.

Und wir wollen nach einem Unfall schließlich wieder genauso gut laufen, Geige spielen oder Walzer tanzen wie zuvor. Dass wir uns überhaupt so gut bewegen, blitzschnell aus dem Sessel aufstehen, schnell laufen oder fröhlich tanzen können, verdanken wir unserem Bewegungsapparat. Besser gesagt, dem Zusammenspiel von Muskeln, Knochen und Gelenken. Unsere Gesundheit hängt von einem reibungslosen Zusammenspiel all dieser Organe ab – und von guter Pflege durch regelmäßige Bewegung aller beteiligten Komponenten. Denn bei Nichtbenutzung geht der Bewegungsapparat schneller kaputt.

Der passive Teil unseres Bewegungsapparats besteht aus dem Skelett, seinen Sehnen und Bändern. Der aktive Teil besteht aus den Muskeln. Der Zustand der Muskulatur bestimmt dabei unsere Haltung, die Figur und unser Leistungsvermögen. Bewegte Muskeln halten nicht nur die Knochen und Knorpel fit, sondern schützen auch die Gelenke und die Wirbelsäule, regen den Stoffwechsel an und fördern den Knochenaufbau.

Der Mensch ist regelrecht an seinem Skelett aufgespannt. Etwa 208 bis 215 kurze, lange und platte Knochen stabilisieren Organe und Muskulatur und sorgen über die Gelenke gleichzeitig für Beweglichkeit. Die Zahl der Knochen variiert von Person zu Person, weil die Kleinknochen – zum Beispiel in den Füßen – während der Wachstumsphase in unterschiedlicher Weise miteinander verschmelzen. Unser gesamter Körper bewegt sich um eine flexible Zentralachse: die Wirbelsäule. Dabei sind die Knochen keineswegs eine tote Materie, in der nichts mehr geschieht.

Im Gegenteil: Unsere Knochen sind höchst lebendig. In den Hohlräumen der Knochen bildet das Knochenmark die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen (Thrombozyten), die das Blut gerinnen lassen. Außerdem findet im Knocheninnern ein ständiger Umbau statt. Osteoblasten bauen fleißig Knochensubstanz auf, und die Osteoklasten wiederum bauen Knochen ab. „Dieses Wechselspiel ist wichtig, damit ein Knochen nicht unendlich wächst, sondern sich stets erneuern kann“, erklärt Krettek. Eine feste Hülle und Verstrebungen im Inneren machen den Knochen unglaublich stabil und gleichzeitig leicht. Er ist fünfmal leichter als Stahl, gegen Druck aber doppelt so widerstandsfähig wie Granit.

Bricht der Knochen dennoch, wächst er grundsätzlich von selbst wieder zusammen. Dabei spielt zunächst das Blut, das in den Bruch hinein austritt, eine wichtige Rolle. Die darin enthaltenen Abwehrzellen des Immunsystems töten Bakterien ab, und die Flüssigkeit reinigt die Wunde von Splittern. Anschließend bildet sich dann an der Bruchstelle ein weiches Knorpelnetz, in das sich bald darauf Osteoblasten und Kalk einlagern, die das Gewebe verhärten.

Durch Bewegungsmangel, Unterernährung durch ständige Diäten, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel, lang andauernde Kortisoneinnahme und Alkoholmissbrauch wird der Knochen regelrecht ausgelaugt. Er ist anfälliger und bricht leichter. Eine häufig auf Bewegungsmangel zurückzuführende Krankheit ist die Knochenschwunderkrankung Osteoporose. Diese ist gekennzeichnet durch eine insgesamt geringe Knochenmasse und einen übermäßig raschen Abbau von Knochensubstanz und -struktur. Bei Osteoporose-Patienten ist das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau gestört: Der Knochenabbau überwiegt deutlich. Die dadurch erhöhte Bruchanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen. „Grundsätzlich gilt: Je mehr ein Knochen belastet wird, umso widerstandsfähiger bleibt er“, sagt Krettek.

Damit unser Körper in den verschiedensten Ebenen beweglich wird, sind die einzelnen Knochen durch Gelenke verbunden. Diese Gelenke federn zudem wie ein pralles Kissen Stöße auf die Gliedmaßen ab. Damit diese Stoßdämpferfunktion reibungslos klappt, sind die Gelenkflächen mit glatten Knorpelflächen überzogen. In der Gelenkkapsel, die das Gelenk schützend umschließt, sind Bänder eingewebt. Diese stabilisieren das Gelenk und verhindern, dass Menschen sich verrenken. Im Unterschied zu Bändern, die nur Knochen miteinander verbinden, verlaufen Sehnen zwischen Knochen und Muskeln. Die stärkste Sehne ist die zwölf Zentimeter lange Achillessehne. Sie setzt am Fersenbein an und endet am Wadenmuskel – einem von insgesamt etwa 665 Muskeln, die durch ihre Arbeit unsere Beweglichkeit garantieren.

von Nina Lutz

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