Dabei kann man die Muskeln in unterschiedliche Gruppen einteilen: Skelettmuskeln, die sich auf konkrete Nervenbefehle hin zusammenziehen und entspannen können und so den Körper bewegen; glatte Muskeln, die Blutgefäße und Organe auskleiden und unwillkürlich arbeiten; und die Herzmuskeln, die unsere zentrale Pumpe rund um die Uhr in Bewegung halten.
Unter dem Mikroskop betrachtet bestehen Muskeln aus unzähligen kleinen Myofibrillen, die wiederum aus sogenannten Sarkomeren zusammengesetzt sind. Diese Sarkomeren bestehen aus zwei Proteinarten: dem Aktin und dem Myosin. Deren Stränge können sich unter Aufwendung von Energie gegeneinander verschieben und ermöglichen so Kontraktion und Erschlaffung des Muskels. Damit haben Muskeln die Fähigkeit, Energie in Bewegung umzuwandeln.
Im Laufe des Lebens nimmt unsere Fähigkeit zum schnellen Aufspringen vom Boden oder dem dynamischen Aufstehen aus dem Sessel ab. Dann ist Training gefragt. Denn gegen nachlassende Leistung hilft nur Bewegung, also die Muskeln anspannen und entspannen – und dehnen.
Energie gewinnen wir dabei aus den kleinen, bohnenförmigen Kraftwerken in den Muskeln, den Mitochondrien. Dort verbrennt der Muskel Fett oder Zucker. Die Mitochondrien entstehen durch Teilung. Sie vermehren sich entsprechend dem Energiebedarf der Zelle. Der Brennstoff, der in den Zellkraftwerken verbrannt wird, heißt Adenosintriphosphat (ATP). Wir gewinnen ihn aus Fett und Zucker auf unserem Teller oder aus körpereigenen Reserven. Bei hohen, kurzen Belastungen arbeitet der Muskel zwar schnell, aber unökonomisch. Er verbrennt Zucker ohne Sauerstoff (anaerob). Dauert die Belastung länger an, beispielsweise beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen, verbrennen wir Zucker mit Sauerstoff, also aerob.
Daher unterscheiden wir in unseren Skelettmuskeln auch zwei Arten von Muskelfasern: die langsam zuckenden und uns lange und ausdauernd Energie bringenden roten Fasern und die weißen Fasern, die schnell zucken und dafür sorgen, dass wir ganz schnell viel Kraft aufbringen können. Von beiden Muskeltypen haben wir jeweils etwa 50 Prozent. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Die Muskulatur eines Sprinters besteht beispielsweise zu fast 90 Prozent aus schnell zuckenden Muskeln, die eines Langstreckenläufers aus langsam zuckenden. Sie verbrennen vor allem Fettsäuren. Deshalb sind Ausdauerläufer in der Regel extrem schlank.
von Nina Lutz
HAZ.de Anmeldung