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Patientengeschichte

Hauttumor tarnt sich als Pickel

Von Juliane Kaune

Eine kleine Operation in der Hautklinik Linden befreit eine Cellerin vom Basalzellkrebs.
Mit einer computergesteuerten Kamera zur Hautkrebsdiagnostik untersucht ein Hautarzt die Haut eines Patienten

Frühzeitig erkannt, hat das so genannte Basaliom hervorragende Chancen auf Heilung.

© ddp

Anfangs fiel ihr die Veränderung an der Stirn nicht weiter auf. „Ich dachte, das ist so ein Pickel, der wird schon wieder weggehen“, erinnert sich Christa Cammann. Doch die Erhöhung verschwand nicht. „Ich habe immer daran gekratzt, und es heilte nie richtig ab.“ Ernsthafte Sorgen machte sie sich nicht. Sie habe zu viel um die Ohren gehabt, um über die hartnäckige Hautstelle nachzudenken. Da war das Elektrogeschäft, das sie mit ihrem Mann in Wienhausen bei Celle führt, und da waren die Enkelkinder. So verging ein halbes Jahr, bis Christa Cammann schließlich zum Hautarzt ging – und der verständigte umgehend die Hautklinik Linden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Klinikums Region Hannover. Kurz darauf stellten die Experten die Diagnose: Die 64-Jährige litt an einem Basaliom, einem bösartigen Hauttumor.

Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, gehört laut der Deutschen Krebsgesellschaft zu den häufigsten bösartigen Tumoren des Menschen. In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr 100 von 100 000 Einwohner daran, Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, wobei zunehmend auch Jüngere erkranken. „Die meisten Basalzellkarzinome entstehen im Kopf- und Halsbereich – also an Stellen, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind“, erklärt Ulrike Raap, Fachärztin an der Hautklinik Linden. Auch eine erbliche Neigung im Zusammenhang mit einem hellen Hauttyp gelten als nachgewiesene Ursachen.

Während die meisten Menschen den „schwarzen Hautkrebs“ (malignes Melanom) kennen, sei das Basaliom vielen weitgehend unbekannt, meint Raap. Anders als das metastasierende Melanom, das ebenfalls durch Sonneneinstrahlung hervorgerufen wird und häufig an der Stelle bisher harmloser Muttermale entsteht, bildet das Basalzellkarzinom sehr selten Metastasen. Allerdings sei auch das Basaliom durchaus aggressiv, betont die Dermatologin. Unbehandelt könne der Tumor tief in das umliegende Gewebe einwachsen und sich durch Knorpel und Knochen fressen.

Nachdem die Ärzte die Diagnose gestellt hatten, sei sie ziemlich niedergeschlagen gewesen, sagt Christa Cammann. Obwohl die Mediziner ihr erklärt hatten, dass der Krebs noch rechtzeitig entdeckt wurde und heilbar sei. „Meine Tochter hat im Brockhaus nachgeschlagen und versucht, mich zu beruhigen“, erinnert sie sich. Der Eingriff selbst sei dann „so schnell gegangen, dass ich gar keine Zeit mehr hatte, darüber nachzudenken“.

Den Tumor operierten die Ärzte der Patientin bei örtlicher Betäubung heraus und überprüften dabei auch das Gewebe am Schnittrand auf weitere Krebszellen. „Wir achten stets darauf, so wenig umliegendes Gewebe wie möglich, aber so viel wie nötig zu entfernen“, erklärt Hautärztin Raap.

Als Tumorzentrum sei die Klinik auf die Diagnose und Therapie aller Hautkrebsarten spezialisiert, betont deren Direktor Prof. Alexander Kapp. Die Patienten würden „unter einem Dach“ versorgt. So biete die Klinik zum Beispiel für Betroffene, die am malignen Melanom erkrankt sind, nach der Operation auch Chemotherapien an. „Ich habe mich rundum gut aufgehoben gefühlt“, lobt Christa Cammann das Team. Sie wird nur eine etwa zehn Zentimeter lange Narbe auf der Stirn zurückbehalten. „Die verblasst im Laufe der Jahre, dann ist nur noch ein dünner Strich zu sehen“, sagt Ulrike Raap. Die Dermatologen in der Lindener Klinik operierten nach dem Vorbild der Plastischen Chirurgie und passten den Schnitt den natürlichen Hautfalten an.

Für die 64-Jährige ist das zweitrangig: „Ich bin einfach heilfroh, dass der Tumor draußen ist.“ Fortan wird sie einmal im Jahr bei ihrem niedergelassenen Dermatologen zur Kontrolle vorstellig, um ihre Haut auf auffällige Stellen untersuchen zu lassen. Und der Sonne, betont Raap, dürfe sich ihre Patientin nur noch gut geschützt aussetzen: „Ein Hut mit breiter Krempe und Sunblocker sind Pflicht.“

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