Denn Symptome wie Müdigkeit, Durst, Übelkeit und eine vermehrte Infektneigung werden oft nicht als Zeichen einer ernsthaften Krankheit gedeutet. Wird Diabetes nicht erkannt und somit auch nicht behandelt, können die Folgen schwerwiegend sein. Weil die Gefäße von Diabetikern schlecht durchblutet sind, drohen im Spätstadium der Erkrankung Nierenschäden, Erblindung und Infarkt.
Verantwortlich für die Volkskrankheit ist das Hormon Insulin. Dieser Botenstoff wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist ein Schlüsselhormon für den Blutzuckerstoffwechsel. Wenn wir etwas essen, zerlegt der Körper die Nahrung in ihre Bestandteile – auch den Zucker. Aus dem Darm gelangen die Zuckermoleküle in die Blutbahn. Der Blutzuckerspiegel steigt. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Die brauchen ihn, um daraus Energie für ihre Stoffwechselprozesse zu gewinnen – und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder. Ist er zu niedrig, wird das Hormon Glukagon als Gegenspieler des Insulins aktiv. Es veranlasst die Leberzellen, ihren Zuckerspeicher abzubauen, damit sich der Blutzuckerspiegel wieder erhöht. Normalerweise liegt er zwischen 80 und 120 Milligramm Zucker pro Deziliter Blut. Auch nach dem Essen steigt er bei Gesunden nicht über 140 Milligramm. Diabetiker dagegen messen 200, nicht selten sogar 300 bis 400 Milligramm.
Beim Typ-1-Diabetes greift das körpereigene Abwehrsystem die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken leiden am sogenannten Typ-2-Diabetes. In diesem Fall produziert die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin. Aber es kommt erst mit einiger Verzögerung im Blut an oder wirkt ungenügend. Manchmal genügen Medikamente, die den Blutzuckerspiegel senken. Schaffen es die Tabletten allein nicht, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, heißt der letzte Ausweg Insulin. Die Neigung an Diabetes-2 zu erkranken, ist ererbt. Doch auch die Lebensumstände wie Bewegungsmangel, falsche Ernährung führen zum Ausbruch der Krankheit. Denn wer zu viel isst, überbeansprucht die Bauchspeicheldrüse. Die muss ständig Insulin produzieren, die Zellen jedoch stumpfen durch die Hormonmenge ab.
von Kirsten Allée
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