Wer sich eine Erkältung eingefangen hat, kann eigentlich kaum mehr tun als abwarten, denn behandelt dauert sie sieben Tage, ohne Arztbesuch eine Woche – so jedenfalls lautet eine gängige (Binsen-) Weisheit. Die ist im Prinzip richtig, aber unter bestimmten Umständen kann es dennoch sinnvoll sein, zum Arzt zu gehen. Etwa, wenn sich hohes Fieber entwickelt, das ein Anzeichen für eine schwerwiegende Infektion sein kann. Oder wenn das Naseputzen gelben, zähflüssigen Schleim zutage fördert. Der deutet darauf hin, dass sich zu den Erkältungsviren Bakterien gesellt haben.
Je nach Bakterienart und Schwere des Infektes ist auch die Einnahme eines Antibiotikums notwendig, um eine Nebenhöhlenentzündung oder das Übergreifen der Erkrankung auf die unteren Atemwege zu verhindern. Mitunter verordnet der Arzt zusätzlich schleimhautabschwellende Medikamente, damit gestautes Sekret abfließen kann. Doch Vorsicht: Länger als eine Woche sollten Nasensprays nicht eingenommen werden, da sie die Nasenschleimhaut austrocknen. Schlimmstenfalls entsteht ein sogenannter medikamentöser Schnupfen, bei dem die Schleimhaut ruiniert ist.
Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, hat sich ein aus der indischen Yogalehre stammendes Heilmittel bewährt: die Nasenspülung. Mittels einer in jeder Apotheke erhältlichen Nasenspülkanne wird die Nasenhöhle mit einer physiologischen Kochsalzlösung (entsprechend neun Gramm Kochsalz auf einem Liter Wasser) gespült. Die Lösung wird bei nach vorne geneigtem Kopf durch die Tülle der Kanne in ein Nasenloch geleitet, umspült die Nasenscheidewand und fließt schließlich zum anderen Nasenloch wieder heraus. Dabei wird die Nasenhöhle befeuchtet, und Krankheitserreger, Staubpartikel, aber auch Pflanzenpollen, die allergisch bedingte Erkältungen begünstigen können, werden ausgeschwemmt. Da Kochsalzlösung die Schleimhaut nicht schädigt, kann die Spülung bedenkenlos als Hygiene- und Vorsorgemaßnahme durchgeführt werden. Mit messbarer Wirkung: Wer täglich spült, senkt sein Erkältungsrisiko um bis zu 25 Prozent – das erbrachte eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover mit 600 Probanden.
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