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Schmerztherapie

Raus aus dem Teufelskreis

Von Veronika Thomas

Bei der Schmerztherapie kommt es auf die individuell ausgelotete Mischung von medikamentösen und nichtmedikamentösen Verfahren an“, erläutert Privatdozent Matthias Karst, Leiter der Schmerzambulanz in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
Akupunkturnadeln im Ohr

Akupunktur gegen den Schmerz

© ddp

Je chronifizierter der Schmerz, umso wichtiger seien aktive Verfahren wie Physiotherapie und Psychotherapie. Denn ein häufiges Problem chronisch Schmerzkranker, sagt Karst, sei ihr Rückzug in die Passivität, wodurch sich die Beschwerden häufig noch verschlimmerten.

Weil Schmerz häufig durch Muskelverspannungen verursacht wird, helfen Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, die Feldenkrais-Methode, Atemübungen und Gymnastik, den Teufelskreis von Schmerz, Muskelverspannung und weiterem Schmerz zu durchbrechen.

Beim Biofeedback wiederum lernen Patienten mithilfe eines Geräts, das aus Kopfhörer, Sensor und Brille besteht, ihre Bauchatmung zu kontrollieren. Die Brille dient dazu, die Welt draußen zu lassen, um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Der Sensor misst die Atemfrequenz, über den Kopfhörer kann der eigene Atemrhythmus in Form eines Rauschens oder einer Tonfolge wahrgenommen werden. Durch diese Signale lernen die Schmerzpatienten, ruhiger zu atmen und dies zu verinnerlichen.

Akupunktur, die bekannteste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), geht davon aus, dass die „Lebensenergie Qi“ auf verschiedenen Leitbahnen fließt, die den Körper wie ein Netz durchziehen. Auf diesen Bahnen, den sogenannten Meridianen, befindet sich eine Vielzahl von Akupunkturpunkten, über die alle Organe unseres Körpers beeinflussbar sind. Mit feinen Nadeln verschiedener Größe werden die Meridiane je nach Art der Anwendung gestärkt oder geschwächt, um das Gleichgewicht der Kräfte im Körper wiederherzustellen.

„Akupunktur ist eine sehr hilfreiche Methode, um seelische und körperliche Spannungszustände abzubauen“, bekräftigt Karst. Nach der Behandlung berichteten seine Patienten, dass sie sich müde, aber ruhig und entspannt fühlten. Sechs bis zehn Sitzungen seien notwendig, um Schmerzen deutlich zu reduzieren, so Karst. „Der Akupunktureffekt hält bis zu einem Jahr an.“ Für Menschen mit einer Nadelphobie käme diese Methode allerdings nicht infrage. „Das muss mit jedem Patienten individuell abgestimmt werden.“

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