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selbständige Arbeit

Reflexe: flink und effektiv


Sie erfolgen blitzschnell in Situationen, in denen bewusste Überlegungen zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Reflexe kennt jeder und hat jeder.

Zum Beispiel stützen wir uns mit den Händen ab, wenn wir stolpern oder wir ziehen automatisch die Hand von einer heißen Herdplatte. Neben der Weiterleitung von Nervensignalen werden über das Rückenmark auch Reflexe vermittelt. Sie sind vom Willen unabhängige, immer gleich ablaufende Reaktionen auf Reize. Darüber hinaus regeln Reflexe ständig Körperfunktionen wie das Geradestehen, sodass dafür keine bewusste Kontrolle erforderlich ist. Deshalb braucht man sich beispielsweise nicht bewusst mit seiner Muskelspannung zu beschäftigen.

Bei den Reflexen unterscheidet man zwischen Eigen- und Fremdreflexen. Bei Eigenreflexen erfolgen Reizaufnahmen und -antworten an demselben Organ, und zwar stets an Muskeln, die als Rezeptoren Muskelspindeln enthalten. Werden diese Muskelspindeln gereizt, wird die Erregung über Nervenfasern dem Rückenmark übermittelt und dort unmittelbar auf motorische Zellen zurückgeschaltet, sodass es zu einer Kontraktion des gedehnten Muskels kommt.

Einer der bekannteste Eigenreflexe ist der Patellarsehnenreflex am Knie. Er wird durch einen leichten Schlag auf die Patellarsehne, die Ansatzsehne des Oberschenkelmuskels unterhalb der Kniescheibe (Patella) ausgelöst und führt zu einem Hochschnellen des Unterschenkels. Verantwortlich für die oft heftige Bewegung ist die Streckung des Kniegelenks, ausgelöst durch die Kontraktion des Beinstreckermuskels (Musculus quadriceps femoris, kurz Quadriceps).

Indem der Arzt mit einem kleinen Hämmerchen die Kniesehne reizt, prüft er die Funktion des Patellarsehnenreflexes. Bleibt dieser Reflex beim Patienten aus, so spricht dies für eine Schädigung der jeweiligen Rückenmarkssegmente oder des Oberschenkelnervs. Dies kann etwa bei Patienten mit multipler Sklerose (MS) der Fall sein. Bei dieser Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem die Myelinumhüllung von Nervenfasern im Gehirn oder Rückenmark an und stört dadurch die Reizweiterleitung. Bei Schlaganfallpatienten dagegen, bei denen durch ein Blutgerinnsel das Gehirn geschädigt ist, bleibt der Patellarsehnenreflex intakt.

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