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Hormone

Was bei Männern wirkt


Wer an Männer und Hormone denkt, landet schnell beim Testosteron. Doch dieses wichtigste Geschlechtshormon ist nur eins von vielen, die im männlichen Körper wirken. Geschlechtshormone steuern Gestalt und Aussehen und tragen wesentlich zu Sexualität, Gesundheit und Lebensgefühl bei. Dabei werden alle Geschlechtshormone sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper gebildet.
Schattenriss eines Mannes mit muskulösen Armen

Eine Frage der Hormone: Männermuskeln

© ddp

Den Unterschied macht das Mengenverhältnis: Frauen produzieren überwiegend weibliche Hormone und nur in geringem Ausmaß männliche, bei Männern ist es umgekehrt.

Anfangs hat jeder Fötus noch ein weibliches Gehirn. Erst nach acht Wochen beginnen die winzigen Hoden der männlichen Föten große Mengen Testosteron ins Gehirn zu pumpen. Dieser Stoff ist deshalb so wichtig, weil er unterschiedliche Prozesse im Körper steuert. Er fördert die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, reguliert die Spermienproduktion und Spermienqualität, erhöht die Libido und Potenz, fördert Muskelaufbau, Muskelkraft und Fettabbau, erhöht die Knochendichte und beeinflusst die Psyche.

Auch Männer bekommen mit zunehmendem Alter das Schwinden der Hormone zu spüren. Ob es allerdings die Wechseljahre des Mannes gibt, ist Definitionssache. Der Hormonhaushalt des alternden Mannes erfährt jedoch ebenfalls Veränderungen. Die Testosteronproduktion geht zurück. Am höchsten ist der Spiegel zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt er langsam, aber stetig um etwas mehr als ein Prozent im Jahr. Ein männlicher Organismus hat also mehr Zeit, sich auf den veränderten Hormonhaushalt einzustellen als ein weiblicher. Der niedrigere Hormonspiegel bewirkt bei manchen Männern Symptome wie Erektionsstörungen und Libidoverlust, auch Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Depressionen können auftreten. Die Muskelmasse nimmt ab. Wenn Mann zudem mit Stress, Alkohol und Übergewicht zu kämpfen hat, bringt er den Hormonhaushalt zusätzlich durcheinander.

Prinzipiell können solche Beschwerden mit Präparaten, die Testosteron enthalten, verbessert werden. Viele Männer, die mit einer Hormonersatztherapie liebäugeln, tun dies jedoch vor allem deshalb, weil sie sich Sorgen um ihre Potenz machen. Die Hoffnung auf ein Dopingmittel für die schwindende Manneskraft ist jedoch vergeblich: Testosteron steigert nur die Libido, nicht aber die Potenz. Nebenwirkungen der Testosterontherapie sind außerdem noch nicht abschätzbar.

Gegen Beschwerden helfen eher Bewegung und eine gute Ernährung. Der Testosteronspiegel wird auch vom Körperfettanteil beeinflusst. Weniger Fett bremst die Produktion des Enzyms Aromatase, und weniger Aromatase lässt den Testosteronspiegel automatisch wieder ansteigen. Übrigens hilft auch ein befriedigendes Sexualleben, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen.

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