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Bildgebungsverfahren

Alternativen zum Katheter

Von Julia Beatrice Fruhner

Vor einer Katheteruntersuchung haben viele Patienten Angst.
Dopplersonographie der Hirnarterien

Dopplersonographie der Hirnarterien

© MHH

Zumindest verbinden sie Unangenehmes damit, wenn unter lokaler Betäubung ein dünner Kunststoffschlauch von Arm oder Leiste aus in den Körper eingeführt werden soll. Auch das Spritzen eines Kontrastmittels, mit dem die Adern sichtbar gemacht werden können, behagt vielen Menschen nicht. Ganz unbegründet sind die Vorbehalte nicht: „Das notwendige Bewegen eines Katheters in einem erkrankten Gefäß birgt kleine, aber dennoch vorhandene Risiken“, sagt Herbert Rosenthal, leitender Oberarzt am Institut für Radiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Zu diesen Risiken gehören etwa Nachblutungen, Gefäßverletzungen, Infektionen und eine Thrombose oder Embolie. „Das wollen Patient und Arzt natürlich gern vermeiden“, sagt Rosenthal.

Die gute Nachricht: Um Einengungen und Erweiterungen der Schlagadern sichtbar zu machen, ist eine Katheteruntersuchung heute gar nicht mehr zwingend notwendig. Zu den Alternativmethoden gehört beispielsweise die Dopplersonographie, bei der ein Ultraschallwellenbündel auf die Blutkörperchen in den Gefäßen trifft. Ein Teil der Wellen wird vom Blut mit veränderter Frequenz reflektiert und kann so sichtbar gemacht werden. Besonders Halsschlagadern, die Körperschlagader und die Becken-Bein-Gefäße können mit diesem Verfahren gut untersucht werden. Für die genaue Therapieplanung ist die Sonographie allerdings oft unzureichend, da das Gefäßsystem nicht als Ganzes abgebildet wird.

Die Magnetresonanztomographie oder Kernspintomographie (MRT) kann Bilder erzeugen, die der Katheteruntersuchung qualitativ nur wenig nachstehen. Sie arbeitet ohne Röntgenstrahlen und ist zur Darstellung der Becken-Bein-Gefäße und der Halsgefäße weit verbreitet. „Die Untersuchungszeit beträgt 15 bis 30 Minuten. So lange muss der Patient ruhig liegen“, erläutert MHH-Experte Rosenthal. Allerdings lassen sich die Herzkranzgefäße zurzeit mit der MRT noch nicht hinreichend untersuchen. Das wiederum ermöglicht die neue Gerätegeneration der Computertomographen (CTs).

Dieses Verfahren hat in den vergangenen Jahren eine besonders rasante technische Weiterentwicklung erfahren. Und weil die Gefäße damit gut dreidimensional erkennbar sind, werde in manchen Fällen darüber nachgedacht, inwieweit die CT diagnostische Herzkatheteruntersuchungen ersetzen könne, sagt Rosenthal. Die sehr schnellen Scanner ermöglichen eine Darstellung aller Schlagadern innerhalb weniger Sekunden. Deshalb werde das Verfahren besonders bei Notfallpatienten eingesetzt, sagt der MHH-Experte.

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