Seitdem hat die Transplantationsmedizin enorme Fortschritte gemacht, heute werden neben Herzen unter anderem auch Lungen, Nieren, Lebern, Bauchspeicheldrüsen, Haut, Augenhornhaut und Knochenmark verpflanzt. Allerdings reagiert das Immunsystem auf das neue Organ mit Abwehr, weshalb die Unterdrückung des Immunsystems zu den wichtigsten Aufgaben zählt. Empfänger eines Spenderorgans müssen lebenslang entsprechende Medikamente zur Blockade des Immunsystems (Immunsuppression) einnehmen.
Vor der Übertragung eines Spenderorgans ist die sogenannte Typisierung aller Gewebemerkmale des Empfängers die wichtigste Maßnahme, damit diese mit jenen des Spenders möglichst übereinstimmen. Die Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden vermittelt Spenderorgane in sieben europäischen Ländern. Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Slowenien haben sich zusammengeschlossen, um durch gemeinsame Vermittlung eine möglichst effektive Versorgung der Patienten auf den Wartelisten zu gewährleisten. Die Koordination in Deutschland übernimmt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt. Seit Dezember 1997 regelt das Transplantationsgesetz, das seitdem mehrmals aktualisiert wurde, die hochsensiblen Bereiche Organspende und Transplantation und sorgt für Rechtssicherheit.
Neben den Nieren gehört die Leber zu den am häufigsten transplantierten Organen. Rund 64 000 Lebern wurden von Januar 1988 bis Dezember 2007 europaweit transplantiert. „Damit gehört die Leberübertragung zur Standardtherapie bei der Behandlung nicht heilbarer, chronischer Lebererkrankungen“, stellt Prof. Christian Strassburg, leitender Oberarzt für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der MHH, in einer aktuellen Studie fest. Die Leberzirrhose sei mit mehr als 37 000 Transplantationen (58 Prozent) Ursache für diesen lebensrettenden Eingriff. Auslöser einer Leberzirrhose könne Alkoholmissbrauch sein; sie könne zudem durch Viren (Hepatitis B, C), Gifte, Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden. Auch zur Behandlung von Karzinomen in der Leber stelle die Transplantation inzwischen eine wichtige Form der Therapie dar. Die MHH transplantiert durchschnittlich 140 Lebern im Jahr, bundesweit betrug die Quote 2007 rund 1600 - mit 465 angeführt von der alkoholischen Zirrhose.
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