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Interview

Alexander Handschin: Risikofaktor Thrombose

Von Marina Kormbaki

Krampfadern treten oft bei Frauen ab 40 Jahren auf. Alexander Handschin, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH, rät zur Therapie.
Alexander Handschin der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der MHH

Alexander Handschin, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH

© MHH

Was genau sind Krampfadern?

Krampfadern sind erweiterte, schwache Venen im oberflächlichen Beinvenensystem. Venen haben die Funktion, Blut zum Herzen zurückzuführen, das können sie aber nur, wenn sie straff sind und die Venenklappen intakt. Krampfadern sind Aussackungen, ähnlich wie ein schlaffer Luftballon, nachdem man die Luft herausgelassen hat. Das Blut strömt verlangsamt zum Herzen und staut sich in den Beinen. Dadurch drohen Entzündungen in den Gefäßwänden, Hautveränderungen und Wundheilungsstörungen.

Wer leidet an Krampfadern?

Bei Frauen treten Krampfadern häufiger auf als bei Männern. Die Veranlagung zu Krampfadern wird häufig vererbt. Auch Übergewicht trägt zu einer Venenschwächung bei, ebenso langes Sitzen oder Stehen. Bewegungsarmut kann auch ein auslösender Faktor sein.

Was sind Anzeichen für Krampfadern?

Betroffene klagen oft über Jucken, Schwellungen oder Schmerzen in den Beinen. Wenn es zu Flüssigkeitsablagerungen in den Beinen kommt, wirken sie schwer. Wenn die Venen durch die Haut verbreitert oder verschlängelt scheinen und netzförmige Besenreiser erkennbar sind, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Was macht der Arzt?

Bei Venen, die von außen nicht gut sichtbar sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit Ultraschallgeräten oder auch Kontrastmitteln kann ein spezialisierter Phlebologe prüfen, wie das Blut in den Venen fließt und ob die Venenklappen erkrankt sind. Bei der Untersuchung ist es wichtig, zu klären, ob es sich tatsächlich um eine oberflächliche Venenerkrankung handelt oder ob die Krampfadern Symptome eines anderen Problems sind, beispielsweise einer Thrombose.

Wie kann sich die Thrombose auswirken?

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das wie ein Pfropf die Vene verstopft. Meist sind Beinvenen davon betroffen. Dann kann das Blut nicht zurück zum Herzen strömen. Wenn sich das Gerinnsel von der Gefäßwand löst und durch den Kreislauf in die Lunge gelangt, kann es sogar zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie kommen. An unserer Klinik untersuchen wir auch die Rolle genetischer Faktoren bei der Entstehung von Thrombosen. Zehn Prozent der Europäer sind Träger eines mutierten Gens, das das Risiko einer Thrombose deutlich erhöht.

Wie lassen sich Krampfadern behandeln?

Normalerweise führt ein Gefäßchirurg das sogenannte Stripping durch. Dabei wird ein kleiner Schnitt in der Leistengegend und ein Schnitt am Unterschenkel gemacht. Dann wird der kranke Venenabschnitt durchtrennt. Anschließend wird ein feiner Draht hindurchgeführt, an dem man die kranke Vene aus dem Bein zieht. Das Blut fließt dann über die tiefer gelegenen Venen zum Herzen. Bei der Methode des Verödens spritzt man eine Substanz in die Vene, damit sich ein Gerinnsel bildet, das diese verschließt.

Sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll?

Ja, denn sie üben Druck von außen auf die Gefäße aus, sodass das Blut in tiefer liegende Venen gedrängt wird, von wo aus es problemlos zurückfließen kann.

Wer braucht den plastischen Chirurgen? Zu uns kommen häufig Patienten mit Krampfadern im Endstadium. Die Entzündung ist dann so weit vorangeschritten, dass die Patienten an Hautgeschwüren und offenen Beinen leiden. Durch ein klares Wundpflegekonzept sowie plastisch-chirurgische Operationen wie Hauttransplantationen können die Geschwüre behandelt werden.

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