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Bewegung

Sport hält Herz und Gefäße fit

Von Marina Kormbaki

Es ist ein besorgniserregender Zusammenhang, den Prof. Uwe Tegtbur beobachtet. „Körperliche Aktivität nimmt vor allem bei Jugendlichen und jungen Menschen immer mehr ab, parallel steigt die Anzahl der jungen, übergewichtigen Hypertoniker, also der Menschen, die an Bluthochdruck erkranken“, sagt der Sportmediziner der Medizinischen Hochschule Hannover.
Prof. Tegtbur und ein Patient

Prof. Tegtbur, Sportmediziner an der Medizinischen Hochschule Hannover, und ein Patient

© Rainer Surrey

Zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko für Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Übergewicht bestehe ein direkter Zusammenhang: Je aktiver ein Mensch sei, desto geringer sei auch das Risiko einer Erkrankung.

Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Fahrradfahren eignen sich besonders gut zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Beim Ausdauersport sind besonders viele Muskeln aktiv, deswegen sollte man diesen bevorzugen. Krafttraining sollte nur ergänzend eingesetzt werden“, erklärt Tegtbur. Er empfiehlt 30 bis 60 Minuten Sport täglich, wobei man nicht immer so trainieren sollte, dass einem die Puste ausgeht.

Sport hat auf das Herz-Kreislauf-System vielfältige Wirkungen. So senkt regelmäßige körperliche Betätigung das „böse“ LDL-Cholesterin, das ein Risikofaktor für Arteriosklerose ist. Gleichzeitig steigt das „gute“ HDL-Cholesterin, das einer Gefäßverkalkung vorbeugen kann, um zehn Prozent. Nach einem Training sind die Blutgefäße geweitet und der Blutdruck noch für viele Stunden gesenkt. Pumpt das Herz dann gegen einen niedrigeren Blutdruck an, reicht eine geringere Herzleistung aus, um das Blut durch den Kreislauf zu stoßen. Auch die Pulsfrequenz sinkt dadurch. Das wirkt sich wiederum positiv für das Herz aus, weil dieses bei niedriger Pulsfrequenz effizienter arbeitet. Niedriger Blutdruck hält die Blutgefäße elastisch und reduziert die Gefahr von Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch die für die Sauerstoffversorgung des Herzens wichtigen Herzkranzgefäße erweitern sich, und die Herzmuskulatur wird besser durchblutet.

Bei regelmäßigem Ausdauertraining erhöht der Körper sein Blutvolumen, um die Muskeln mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgen zu können. Dabei verbessern sich die Fließeigenschaften des Blutes, und die Gefahr von Thrombosen sinkt. Zudem lindert Ausdauertraining Venenleiden: Durch den Druck, den die Muskeln auf die Venen ausüben, unterstützen sie diese dabei, das Blut zum Herzen zu pumpen.

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sich jedoch von ihrem Arzt beraten lassen, bevor sie mit dem Training beginnen. Kein Medikament gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat so vielfältige Wirkungen und so wenig Nebenwirkungen wie regelmäßige Bewegung. Allerdings kann häufiges, intensives Training zu einer Überlastung von Muskeln und Gelenken führen.

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