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Interview

Peter Hillemanns: „Die Impfung ist wichtig“

Von Hannah Suppa

Gebärmutterhalskrebs ist ein häufig auftretender Tumor. Prof. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik an der MHH, rät zur Impfung gegen Papillomviren (HPV).
Prof. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik an der MHH

Prof. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik an der MHH

© privat

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Die wesentliche Ursache ist die Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Die Gruppe dieser Viren ist groß, es gibt mehr als 100 Typen, etwa 30 davon kommen nur im Genitalbereich vor. Man unterscheidet dabei zwischen Niedrig- und Hochrisikotypen. Einige HPV-Typen können bösartige Gewebeveränderungen wie Gebärmutterhalskrebs hervorrufen.

Wie kann man sich mit HPV infizieren?

Die genitalen Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die meisten Frauen und Männer kommen darüber im Laufe ihres Lebens in Kontakt mit HPV. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HPV zu infizieren, liegt bei mehr als 80 Prozent. Meist verläuft das aber ohne Symptome und ist nicht weiter schlimm.

Ab wann ist eine HPV-Infektion gefährlich?

25 Prozent der Frauen zwischen 20 und 30 Jahren sind mit Hochrisiko-HPV-Viren infiziert. Das Immunsystem eliminiert diese Viren in mehr als 90 Prozent der Fälle. Nur wenn die Infektion verharrt, kann sich eine Dysplasie entwickeln, eine Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses. Auch diese kann sich noch spontan zurückbilden, in manchen Fällen entsteht jedoch nach Jahrzehnten ein Gebärmutterhalskrebs.

Kann man den Krebs frühzeitig erkennen?

Der Gesetzgeber empfiehlt vom 21. Lebensjahr an eine jährliche Früherkennungsuntersuchung. Zu 30 bis 80 Prozent kann der Krebs oder eine Vorstufe dabei erkannt werden. Ein Test auf eine HPV-Infektion ist derzeit nicht in der gesetzlichen Vorsorge verankert, das macht bei jungen Mädchen aber auch wenig Sinn, da es Jahre dauert, bis sich aus einer HPV-Infektion ein Krebs entwickelt hat.

Wie wird der Krebs behandelt?

Das kommt auf das Stadium an. Durch eine gute Früherkennung können bereits die Vorstufen rechtzeitig erkannt und entfernt werden, sodass sich gar kein Krebs mehr entwickeln kann. Es werden drei Vorstufen unterschieden. Aus der dritten Stufe entwickelt sich der Krebs. Sie wird deshalb operativ behandelt.

Was, wenn der Krebs weiter entwickelt ist?

Ist der Krebs bereits bösartig, wird in der Regel die Gebärmutter entfernt. Nur bei Frauen mit frühem Krebs und Kinderwunsch kann gebärmuttererhaltend operiert werden, dann wird nur ein Teil des Gebärmutterhalses amputiert. Die MHH führt diese Operation in Niedersachsen durch, sonst ist sie eher selten. Ist der Krebs fortgeschritten, wird zumeist mit einer Strahlen- und Chemotherapie behandelt. In Deutschland gibt es jährlich etwa 6400 Fälle von bösartigem Gebärmutterhalskrebs und 120 000 Patienten, bei denen eine Vorstufe behandelt wird.

Wie sinnvoll ist die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfung ist inzwischen 40 Millionen Mal durchgeführt worden und nichts anderes als jede andere Impfung auch. Es handelt sich um einen Totimpfstoff, der die Immunantwort des Körpers stimuliert. Die Debatte über schwere Nebenwirkungen ist unbegründet.

Für wen wird die Impfung empfohlen?

Die Impfung wird für Frauen zwischen zwölf und 17 empfohlen und sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Findet eine Impfung später statt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau mit den Virustypen in Kontakt gekommen ist, größer und die Wirksamkeit niedriger. Die Impfung schützt gegen die Infektion mit den Viren Typ 16 und 18, die in 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen werden können.

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