Kommt sogar länger als sechs Monate keine Erektion zustande, bezeichnen die Mediziner diesen Zustand als erektile Dysfunktion (ED). Selten ist dieses Problem vor allem im höheren Alter nicht. „Eine US-Studie hat gezeigt, dass 75 Prozent der über 65-Jährigen eine erektile Dysfunktion haben“, erklärt Prof. Markus Kuczyk, Direktor der Klinik für Urologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dabei spielen auch ethnische und soziale Faktoren eine Rolle. Hauptrisikofaktoren für die ED sind jedoch Rauchen, Übergewicht, Diabetes, die regelmäßige Einnahme von Blutdrucksenkern, Alkoholmissbrauch, chronische Bronchitis und auch eine Vergrößerung der Prostata. „Man geht davon aus, dass die Nerven für die Erektionsfähigkeit ebenso wie die Nerven für die Kontrolle des Harndrangs außen an der Prostata verlaufen“, sagt Kuczyk. „Deshalb verbessert man bei der Therapie von Beschwerden beim Wasserlassen auch die Erektionsfähigkeit.“
Die am weitesten verbreitete Behandlung der ED sind jedoch Mittel wie Viagra, Cialis und Levitra, die gezielt in den Mechanismus der Erektion eingreifen. Alle diese Medikamente hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5), das im Körper Stickoxid (NO) abbaut. Das NO wiederum stellt die Blutgefäße weit, erhöht damit die Durchblutung und sorgt so dafür, dass das Blut in die Schwellkörper des Penis fließen kann. Fast 90 Prozent der Männer profitieren von derartigen Medikamenten – denn auch psychisch bedingte Erektionsprobleme werden so gelindert. Allerdings können Viagra & Co. nach bisherigen Erkenntnissen schwere Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Gänzlich nebenwirkungsfrei ist dagegen regelmäßiger Sport, der ebenfalls die Durchblutung verbessert und damit die Erektionsfähigkeit erhöhen kann.
Helfen die PDE-5-Hemmer einem Patienten nicht, muss der behandelnde Arzt erneut auf Ursachensuche gehen. So kann die Funktion der Schwellkörper gestört sein oder deren Nerven sind durch eine Krebsoperation zerstört worden. Manche Patienten profitieren dann von einer Prostaglandin-Injektion in den Schwellkörper (SKAT-Therapie). Eine weitere Möglichkeit, ED-Patienten wieder zu einem befriedigenden Liebensleben zu verhelfen, sind sogenannte Vakuumerektionshilfen, die über eine Vakuumpumpe das Blut im Schwellkörper versammeln. In seltenen Fällen setzen die Ärzte auch eine aufblasbare Schwellkörperprothese oder eine Penisprothese ein.
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Kommentare
Prostata-OP D.v.G. – 19.06.09
Ich hätte in Ihrem Bericht auch gern etwas über die HiFU - Behandlungsmethode z.B. Robert Koch- Krankenhaus in Gehrden erfahren