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Vorsteherdrüse Wenn die Prostata immer weiter wächst

Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse trifft viele Männer – sie macht aber nicht immer Beschwerden.

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Prof. Markus Kuczyk erklärt, warum Urologen bei BPH auch auf Krebs testen.

Quelle: Christian Burkert

Normalerweise ist die Prostata des Mannes etwa so groß wie eine Kastanie oder Walnuss – mit individuellen Unterschieden. Bei den meisten Männern vergrößert sich mit dem Älterwerden aber auch das Drüsenorgan, das das Sekret für die Samenflüssigkeit liefert. Statistisch haben sogar 60 Prozent der Männer über 60 Jahre eine vergrößerte Prostata (benigne Prostatahyperplasie: BPH). Die meisten Betroffenen merken davon im Alltag gar nichts. Bei jedem Dritten stellen sich jedoch nach und nach Beschwerden beim Wasserlassen ein.

„Nehmen Sie beispielsweise einen 63 Jahre alten Vertreter, der seinen Arbeitstag im Auto verbringt“, sagt Prof. Markus Kuczyk, Direktor der Klinik für Urologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Für ihn ist es eine große Belastung, wenn er alle halbe Stunde eine Raststätte anfahren muss, weil er Harndrang hat.“ Die zugrundeliegenden Symptome wie ein abgeschwächter Harnstrahl, eine verlängerte Blasenentleerungszeit oder eine unkomplette Blasenentleerung fassen Fachärzte heute unter dem Begriff LUTS (für: Symptome des unteren Harntrakts) zusammen. „Solche Symptome können auf eine vergrößerte Prostata zurückzuführen sein“, sagt Kuczyk. „Es gibt jedoch auch andere mögliche Ursachen. Entscheidend ist daher die Diagnose.“

Wenn der Harn nur noch tröpfelt und die Toilettengänge immer häufiger werden, kommen die betroffenen Männer früher oder später zum Urologen. Der klärt zunächst per Ultraschall, ob Restharn in der Blase verbleibt. Ist das nicht der Fall, kann den Betroffenen oft schon durch Medikamente wie Alpha-Blocker, die den Beckenboden entspannen, oder Parasympatolytika, die den Blasenmuskel ruhigstellen, helfen. Restharn in der Blase ist jedoch ein Hinweis auf eine Auslassstörung, die beispielsweise von einer vergrößerten Prostata verursacht sein kann, die die Harnwege abdrückt.

Um das abzuklären, ist eine sogenannte urodynamische Messung nötig. Dabei geht der Urologe mit einem dünnen Messkatheter in die Blase, füllt diese dann auf und misst, ob die Blase stabil bleibt oder ob es zu einem spontanen Zusammenziehen der Blasenwand kommt. An der MHH ist auch eine Methode zur Ultraschallmessung der Blasenwanddicke entwickelt worden. „Eine verdickte Blasenwand weist auf eine Auslassstörung hin“, erklärt Kuczyk. Die versucht der Urologe zunächst mit Medikamenten zu bessern. Nur wenn die nach drei bis fünf Monaten nicht helfen und andere Ursachen ausscheiden, rät Kuczyk zu einer Prostataoperation. „Wenn man ohne ausreichende Diagnose operiert, kann man den Patienten massiven Schaden zufügen“, erklärt er. Dazu gehört vor allem eine dauerhafte Inkontinenz der Blase.

Bei der Operation schälen die MHH-Ärzte das Prostatagewebe in den meisten Fällen mit einer Elektroschlinge oder mit einem speziellen Thulliumlaser aus seiner Bindegewebskapsel. Das Gewebe wird dann verdampft oder abgesaugt. „Die Kapsel sollte man möglichst nicht verletzen, weil dort die Nerven für die Kontinenz und die Erektionsfähigkeit verlaufen“, sagt Kuczyk. Bei einer offenen Operation ist das oft schwierig, weil im kleinen Becken sehr wenig Platz ist. Mit dem Thulliumlaser können die Ärzte aber heute sogar sehr große Prostaten operieren, und auch der Blutverlust ist geringer als mit anderen Methoden. „Außerdem können wir eine Gewebeprobe nehmen, um Prostatakrebs auszuschließen“, erklärt Kuczyk. Die Zufriedenheit mit der Operation ist seiner Erfahrung nach bei den Patienten hoch. „Die Blasenprobleme sind behoben, und die Erektionsfähigkeit bleibt in bis zu 95 Prozent der Fälle erhalten“, sagt er.

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