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Sieht aus wie echt

Blendender Zahnersatz mit Keramik

Von Julia Beatrice Fruhner

Ein Implantat, also dauerhafter künstlicher Zahnersatz, muss hohen Ansprüchen genügen. Nicht nur die Ästhetik spielt eine große Rolle, sondern auch die Beschaffenheit des Materials.
Die Implantate werden im Knochen verschraubt.

Die Implantate werden im Knochen verschraubt.

© ddp

Es muss standhalten, selbst wenn harte Brocken zermahlen werden müssen, und vor allem sollte es nicht schon nach kurzer Zeit wieder erneuert werden müssen. In den etwa 40 Jahren, in denen Implantate in der Zahnheilkunde eingesetzt werden, sind viele Materialien auf der Suche nach dem idealen Werkstoff getestet worden. Inzwischen hat sich Reintitan als Basismaterial durchgesetzt. „Implantataufbauten im Bereich des Durchtritts durch das Zahnfleisch können nach neuesten Forschungen auch aus Keramik hergestellt werden“, sagt Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde an der MHH. Diese Implantataufbauten bestünden aus hochfestem Zirkoniumoxid. „Es wird in der Industrie verwendet, in der Orthopädie als Gelenkersatz und auch im Spaceshuttle als Hitzeschutzschild“, erläutert Stiesch.

Konventionelle Keramiken für zum Beispiel Kronen seien bereits länger, aber in erster Linie aus ästhetischen Gründen verwendet worden. „Sie kommen der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher als andere Materialien, weil sie sehr transparent sind. Die passende Farbe kann von Vorteil sein, insbesondere wenn das bedeckende Zahnfleisch extrem dünn ist“, sagt die Chefärztin. Ein weiterer Vorteil aller Keramiken ist die geringe Löslichkeit: „Es werden kaum Bestandteile des Materials im Mund freigesetzt“, sagt Stiesch. Zudem sei es besonders gewebeverträglich - gut fürs Zahnfleisch. Untersuchungen haben darüberhinaus gezeigt, dass sich weniger Plaque an diesem Material anlagert, sodass das Risiko einer Zahnfleischentzündung sinkt.

Die neuen Zirkoniumoxidkeramiken weisen darüber hinaus weitere Vorteile auf: „Dazu gehört ganz eindeutig die Stabilität“, sagt Stiesch. Während in der Vergangenheit einzelne Kronen oft brachen, wenn das Essen eine harte Konsistenz hatte, beißen sich Träger von Implantataufbauten aus Vollkeramik selbst an türkischem Honig nicht mehr die Zähne aus. Vollkeramik heißen die Systeme deshalb, weil sie nicht mehr mit einem Metallgerüst versehen sind. Wegen der guten Stabilität können auch Brücken über mehrere Zähne aus Keramik angefertigt werden. Solche Forschungsergebnisse machen Mut: Wenn man schon einen Zahnersatz braucht, sollte das Ergebnis blendend sein.

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