Wie putze ich denn nun richtig Zähne?
Generell gilt: eine Zahnbürste mit Kunststoffborsten und eine fluoridhaltige Zahncreme verwenden. Dies sollte man zweimal pro Tag für jeweils drei Minuten tun - nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen. Zusätzlich sollte man mindestens einmal pro Tag die Zahnzwischenräume reinigen, mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten, am besten vor dem Schlafengehen. Ganz wichtig ist, die notwendige und optimale Zahnpflege mit dem Zahnarzt zu besprechen, da in manchen Fällen zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein können.
Was ist der größte Feind schöner Zähne?
Falsche oder unzureichende Zahnreinigung sowie häufige Zwischenmahlzeiten, die Traubenzucker, Fruchtzucker, Haushaltszucker oder Stärke enthalten. Zahnschädlicher Zucker ist auch oft in Getränken enthalten.
Der Grundstein für gesunde Zähne bis ins hohe Alter wird bereits im Kindesalter gelegt. Worauf sollten Eltern achten?
Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns sollte mit dem Zähneputzen begonnen werden, um das Kind mit der richtigen Mundhygiene vertraut zu machen. Dafür gibt es kindgerechte Zahnbürsten und Zahncreme, die weniger Fluorid enthält. Sobald das Kind die Zahncreme nach dem Zähneputzen vollständig ausspucken kann - meist ab dem sechsten Lebensjahr -, sollte man Erwachsenenzahncreme verwenden, um die Zähne bestmöglich zu härten.
Wie lange würden Sie Zähne erhalten?
Generell versuchen wir natürlich, jeden Zahn so lange wie möglich zu erhalten. Unsere Möglichkeiten sind heute sehr umfangreich. Wir versuchen, beginnende Karies mit Fluoridierungen zu remineralisieren, ohne zu bohren. Zudem versorgen wir die Patienten mit Füllungen, Teilkronen, Kronen und Wurzelkanalbehandlungen. Erst wenn dieses Spektrum ausgeschöpft ist, muss ein Zahn entfernt werden.
Viele Menschen meinen, ein Zahnpflegekaugummi nach dem Essen reicht. Wie ist es um Deutschlands Zahngesundheit bestellt?
Die Zahngesundheit in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Unzureichend ist nach wie vor die Gesundheit des Zahnhalteapparates, umgangssprachlich als Parodontose bezeichnet - richtiger ist Parodontitis. Da besteht noch wesentlicher Handlungs- und Verbesserungsbedarf. Zahnpflegekaugummis bewirken vor allem wegen der Stimulierung des Speichelflusses einen gewissen Selbstreinigungseffekt in der Mundhöhle. Diese Kaugummis, die zuckerfrei sein sollen, ersetzen aber nie die Zahnpflege, sondern sind allenfalls eine Zusatzreinigung zwischendurch.
Das Angebot an Zahnpflegemitteln auf dem Markt ist riesig. Was halten Sie zum Beispiel von Ultraschallzahnbürsten?
Ultraschall- oder andere maschinelle Zahnbürsten können durchaus sinnvoll sein, insbesondere wenn man es nicht schafft, alle Zähne und Zahnflächen genügend mit einer manuellen Zahnbürste zu reinigen. Man sollte sich jedoch vorher vom Zahnarzt beraten lassen.
Warum kann Stress auf die Zähne gehen?
Stress kann dazu führen, dass man die Zähne mit hoher Kraft zusammenpresst oder knirscht. Dies kann zu Verletzungen insbesondere der harten Zahnsubstanzen führen, also Abrieb auf den Kauflächen. Diskutiert wird auch eine überlastungsbedingte Entstehung von keilförmigen Defekten im Zahnhals oder Zahnfleischrückgang sowie das raschere Fortschreiten einer Parodontitis.
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