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Interview

Elke Meyer: „Die eigene Situation analysieren“


Elke Meyer, Leiterin des Margot-Engelke-Zentrums in Hannover, rät jedem frühzeitig darüber nachzudenken, wie er im Alter leben will.

Wie und vor allem wann lässt sich
 Wohnen im Alter planen?

Jeder sollte sich frühzeitig darüber Gedanken machen, wie er leben will. Dazu gehört es zunächst einmal, seine eigene Lebenssituation ganz genau zu analysieren – was brauche ich, was kann ich alles alleine leisten, worauf will ich mich im Alter überhaupt noch einstellen, und welche finanziellen Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung? Schon in „guten Zeiten“ sollten Senioren anfangen, zu recherchieren, welche Vielzahl an Möglichkeiten es überhaupt gibt. Dann ist es ganz wichtig, über seine eigenen Wünsche sehr offen mit der Familie zu reden. Zu solchen Gesprächen gehört unbedingt auch das Thema Geld. Danach lässt sich dann entscheiden, welche Wohnform für einen persönlich die richtige ist.

Welche Wohnformen 
meinen Sie?

Es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, im Alter zu leben. Zum Beispiel das gemeinschaftliche Wohnen, in dem jeder seinen eigenen Wohnbereich hat, oder die Seniorenwohngemeinschaften. Daneben gibt es das sogenannte Servicewohnen, aber auch das betreute Wohnen, wobei beides keine geschützten Begriffe sind und man deshalb ganz genau hinsehen sollte, was der jeweilige Anbieter tatsächlich darunter versteht. Insbesondere beim Servicewohnen erwarten viele Senioren eine umfassende Versorgung und sind dann enttäuscht, wenn die angebotene Betreuung nicht bedarfsgerecht ist und sich zum Beispiel in einem Hausmeisterdienst erschöpft. Etwas mehr Leistung bietet in der Regel das betreute Wohnen. Dazu gehören oft verschiedene Veranstaltungen und Beratung, aber auch Unterstützung bei der Organisation von Hilfe. Weiterhin gibt es als Wohnform noch die Altenwohnungen, Seniorenresidenzen und natürlich die Pflegeheime als besondere Versorgungsform. Wer sich übers Wohnen im Alter informiert, sollte aber auch immer bedenken, dass es sehr viele Hilfsangebote gibt, die es ermöglichen, lange zu Hause wohnen zu bleiben.

Nach welchen Kriterien sollte sich
 der ältere Mensch sein neues Zuhause
 aussuchen?

Der erste persönliche Eindruck ist am wichtigsten, auch, wie man in der jeweiligen Einrichtung angesprochen wird. Dann sollte sich der Interessierte die Freizeit-, gegebenenfalls die Betreuungs- und Pflegeangebote ganz genau ansehen. Für viele Senioren ist es außerdem wichtig, die öffentlichen Verkehrsmittel leicht zu erreichen oder in der Nähe der Familie zu wohnen.

Was halten Sie vom Probewohnen?

Sehr viel. Wir haben beispielsweise für solche Zwecke hier bei uns ein Gästeapartment. Darin können die Senioren unter anderem testen, wie es ist, sich auf eine meist deutlich kleinere Wohnung einzustellen. Hilfreich ist es auch, sich bei Freunden und Bekannten umzuhören, welche Erfahrungen diese schon haben. Wer sich Einrichtungen ansieht, sollte dies möglichst nicht alleine machen, sondern jemanden mit zu den Besichtigungen nehmen.

Interview: Heike Manssen

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