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Alternativen zum Heim

Viele Wege führen zur Pflege

Von Veronika Thomas

Wer beim Thema Pflege gleich an die Unterbringung in einem Heim denkt, lässt viele Alternativen außer Acht, die ambulante Pflegedienste und Hilfsangebote unterschiedlichster Art ermöglichen.
Eine alte Frau liest in ihrer Wohnung am Tisch Zeitung

Betreutes Wohnen in der Senioren Wohngemeinschaft

© Karin Blüher

Wie vielfältig der Bereich Pflege ist, verdeutlicht Ursula Söde vom Beratungsteam des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) an einem kleinen Beispiel – der ambulanten Pflege. „Sie können einen ambulanten Pflegedienst mit der Aufgabe betrauen, Sie können die Pflege selbst übernehmen und erhalten dafür Geld, oder Sie können beides kombinieren“, sagt die KSH-Mitarbeiterin. Sie berät ältere Menschen und Angehörige in allen Fragen zum Wohnen im Alter – von der Wohnraumanpassung über Pflege und Betreuung bis hin zur Vermittlung hauswirtschaftlicher Hilfen.

„Pflege ist ein weites Feld“, sagt KSH-Leiter Wolfgang Strotmann. „Nur etwa fünf Prozent aller Senioren in Hannover leben in einem Pflegeheim, das sind etwa 6200 pflegebedürftige Menschen.“ Ihr Durchschnittsalter beträgt beim Einzug 82 Jahre, etwa 60 Prozent aller Heimbewohner leiden an einer Demenz. Im Stadtgebiet Hannovers gibt es derzeit 90 stationäre Einrichtungen mit etwa 6400 Plätzen. Die große Mehrheit der alten Menschen aber lebt in den eigenen vier Wänden und wird je nach Bedarf von Angehörigen gepflegt oder ambulant versorgt.

Daneben gibt es noch das betreute Wohnen, ambulant betreute Wohngemeinschaften, hauswirtschaftliche Hilfsdienste, ehrenamtliche Hilfen wie den Handwerkerdienst, Kurse für pflegende Angehörige und die Einzelfallhilfe für über 60-Jährige. Hier erhalten ältere Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, Unterstützung von KSH-Mitarbeitern mit dem Ziel, ihr Leben wieder eigenständig zu meistern.

Eine häufig gestellte Frage bei der Pflegeberatung ist die der Betreuung. Sollen Tochter oder Sohn die Betreuung der Eltern übernehmen oder besser ein gerichtlich bestellter Betreuer? „Solche Entscheidungen müssen sorgfältig überdacht und überschlafen werden“, sagt Strotmann. Aus diesem Grund sei eine Beratung zur Pflege in vielen Fällen kein einmaliger Termin, sondern eine Beratung in Etappen. „Wir sind dabei behilflich, dass Angehörige eine Entscheidung treffen können“, fasst Ursula Söde zusammen. „Viele kleine Puzzleteile gehören zur Pflege.“

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