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15-Jähriger macht Abitur mit Notenschnitt 1,3

Jüngster Abiturient Niedersachsens 15-Jähriger macht Abitur mit Notenschnitt 1,3

Malte Klingenberg aus Edemissen bei Peine ist der jüngste Abiturient Niedersachsens: Er ist 15 und hat sein Abitur mit der Note 1,3 bestanden. Doch eins trübt seine gute Laune momentan ein wenig: seine Zahnspange.

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Malte Klingenberg hat mit 15 Jahren das Abitur bestanden.

Quelle: Michael Thomas (Archiv)

Edemissen. Er ist 15, er hat sein Abitur mit der Note 1,3 bestanden, und er hat ein Problem: die Zahnspange. Sie ist das Einzige, was Maltes gute Laune in diesen Tagen ein wenig trübt. Es ist nämlich so, dass Maltes erster Termin beim Kieferorthopäden im September ansteht – wenige Wochen bevor er sein Physikstudium an der Uni Braunschweig beginnen will. Und wie kommt das wohl an, fragt sich Malte: ein Junge mit Zahnspange zwischen all den Studenten? „Da wird es bestimmt ungläubige Gesichter geben.“

Mit seinen 15 Jahren ist Malte der jüngste Abiturient in Niedersachsen. Die Absolventen des ersten Doppel-Abi-Jahrgangs des Landes mögen über das Turbo-Abitur stöhnen – Malte Klingenberg aus Edemissen bei Peine hat seine gesamte Schulzeit in Turbogeschwindigkeit zurückgelegt. Mit fünf Jahren kam er in die Schule, zwei Grundschulklassen hat er übersprungen. Zwei Tage vor seiner letzten schriftlichen Prüfung am Christophorus-Gymnasium in Braunschweig wurde Malte 15. Und nun hat er eben sein Abitur.

„Ich war immer schon ein bisschen anders als die anderen“, sagt Malte und erzählt die Geschichte vom Forstwirtschaftsbericht. Malte war drei Jahre alt, da setzte seine Mutter ihn vors Fernsehgerät, die „Sesamstraße“ sollte gleich beginnen. Nach den Nachrichten. „Da handelte ein Beitrag vom Wald“, sagt Malte, „und am unteren Rand des Bildschirms war das Wort ,Forstwirtschaftsbericht‘ eingeblendet. Ich hab’s gelesen, wusste aber nicht, was es bedeutet.“ Der Dreijährige lief zu seiner Mutter in die Küche und fragte nach: „Mama, was ist ein Forstwirtschaftsbericht?“ Frau Klingenberg staunte.

„Die waren alle schon in der Pubertät, und ich saß als Kind dazwischen.“

Mit dem Unterrichtsstoff hatte Malte nie Probleme, trotzdem war es für ihn nicht immer einfach in der Schule. „Als die anderen Kinder zu buchstabieren lernten, saß ich in der Ecke und hab’ Kinderbücher gelesen“, sagt Malte. Beim Eckenrechnen und beim Vorlesewettbewerb durfte er nicht mitmachen – die anderen Kinder sollten auch mal gewinnen.

„Damit habe ich mich aber ziemlich schnell abgefunden, schwieriger wurde es in der siebten Klasse“, sagt Malte. Die Jungs sprachen plötzlich über Mädchen, wollten einander beweisen, wer der Tollste ist. „Die waren alle schon in der Pubertät, und ich saß als Kind dazwischen.“ Dann wechselte Malte in eine Hochbegabtenklasse. Dort fühlte er sich wohler, seine Mitschüler waren ein bisschen so wie er.

Mit der Schule ist er nun fertig, eigentlich gibt es grad’ nicht viel zu tun, aber unterfordert fühlt sich Malte nicht. Die nächste Prüfung steht bevor. Die „Orgelprüfung C“, Malte ist Organist in Edemissen. Und Klavier spielt er auch, am liebsten Klassisches. „Mit Neuer Musik kann ich nichts anfangen“, sagt Malte.

Er freut sich auf das Studium, Physik und Chemie findet er spannend. „Da gibt es nichts zu deuten, man hat Fakten und weiß, was Sache ist“, sagt Malte. Und die Zahnspange, die ist halt auch ein Faktum. Nichts zu machen.

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