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804 Tage in der Schwerelosigkeit

Russe stellt kosmischen Rekord auf 804 Tage in der Schwerelosigkeit

Etwa einen Millimeter wächst das Kopfhaar des Menschen alle drei Tage - zumindest auf der Erde. Gennadi Padalka dürfte darum eine ziemliche Matte haben, wenn er als neuer Rekordhalter wieder von der ISS zurückkehrt: Der Kosmonaut lässt sich im All nie die Haare schneiden.

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Kosmonaut Gennadi Padalka.

Quelle: dpa

Moskau. Rekord im Orbit: Der Kosmonaut Gennadi Padalka (57) verbringt an diesem Montag seinen insgesamt 804. Tag im Weltall. Kein Raumfahrer hat dann länger in der Schwerelosigkeit gearbeitet als der Russe. Padalka überholt damit seinen Landsmann Sergej Krikaljow, der sich zwischen 1988 und 2005 insgesamt 803 Tage im Kosmos aufhielt. Krikaljow benötigte dafür sechs Flüge, unter anderem im Space Shuttle. Padalka befindet sich auf der Internationalen Raumstation ISS rund 400 Kilometer über der Erde gerade auf der fünften Mission.

"Die Bestmarke bedeutet mir nicht so viel, wichtig ist die Arbeit auf der ISS", meint der Vater dreier Töchter. Mitte September soll er nach fast einem halben Jahr vom Außenposten der Menschheit zurückkehren. Die Höchstmarke hätte er dann sogar auf fast 880 Tage geschraubt. Ein Empfang im Kreml gilt als möglich, ein Termin beim Friseur als sicher. Denn als einer von wenigen Raumfahrern lässt sich Padalka auf der ISS niemals die Haare schneiden. "Suchen Sie darin kein Geheimnis. Ich mag es eben nicht", sagt der Kosmonaut.

Kopfhaare wachsen etwa einen Millimeter in drei Tagen - zumindest auf der Erde. Padalka dürfte daher bei seiner Landung deutlich wuscheliger aussehen als beim Start.

Einen Teil seines Wehrdienstes leistete Padalka bei den sowjetischen Truppen in der damaligen DDR ab. 1998 war der Oberst der Luftwaffe erstmals ins All gestartet, damals noch zur mittlerweile versenkten Raumstation Mir. Danach war er viermal als Kommandant auf der ISS, keiner leitete das fliegende Labor öfter. "Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Ansichten arbeiten auf der Station friedlich zusammen. Daran können sich Politiker ein Beispiel nehmen", meint er.

Alles zusammengenommen, verbrachte Padalka weit mehr als zwei Jahre im All. Und er hat längst nicht genug. "Das Leben im Weltraum ist eine Mischung aus Gleichförmigkeit und Romantik. Wer im Kosmos war, möchte wieder dorthin. Ich hoffe sehr, ich darf noch einmal starten und bekomme die 1000 Tage voll", erzählt der Hobbytaucher. Am meisten vermisst er im Orbit die Alltagsgeräusche der Erde. "Auf der ISS gibt es nur die Stimmen der Kollegen und das ewige Rauschen der Lüftung."

Raumfahrer mit dem längsten Flug ohne Unterbrechung bleibt der Russe Waleri Poljakow mit 437 Tagen (1994/95).

dpa

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