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Wissen Ab ins Grüne! Das sind die Gartentrends 2019
Nachrichten Wissen Ab ins Grüne! Das sind die Gartentrends 2019
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13:00 17.01.2019
Alte Sorte, neu entdeckt: Der Mangold. Quelle: Pixabay
Hannover

Anders als in der Mode gilt für den grünen Rückzugsort: Er muss nicht jedes Jahr neu erfunden werden. Und dennoch gibt es auch 2019 Trends, die Garten und Gärtner aus dem Winterschlaf locken. Ein Überblick.

Superfood im eigenen Garten

Superfood werden Früchte, Nüsse, Gemüse und Kräuter genannt, die eine überdurchschnittlich hohe Konzentration an gesundheitsfördernden Stoffen enthalten. Bisher heimsten meist exotische Nahrungsmittel den Titel ein – und verdankten diesen oft klugen Marketingköpfen. Dabei sind auch viele heimische Pflanzen, Beeren und Kräuter reich an wichtigen Aktivstoffen und Antioxidantien, wachsen im eigenen Garten oder auf dem Balkon frisch am Strauch oder im Topf. Trend bei den heimischen Superfood-Pflanzen sind Kultursorten, die laufend nachreifen und möglichst lange zum Naschen einladen – wie zum Beispiel neue Heidelbeer- oder Blaubeerarten. Aber auch Rosen, die Hagebutten bilden, sind mächtig angesagt. Schließlich übertreffen diese den Vitamin-C-Gehalt von Zitronen um ein Vielfaches und mindern das Risiko von Infekten.

Robuste Pflanzen für hohe Temperaturen

Mit Grauen denkt so mancher Gartenfreund an den letzten Sommer zurück – statt grünen Rasens und üppiger Blütenpracht dominierten dank Hitzerekorden, Dürre und scheinbare Endlossonne vielerorts staubtrockene Böden und verdorrte Zierpflanzen. Experten gehen davon aus, dass auch künftig mit extremen Wetterbedingungen zu rechnen sein wird. Gartenfreunde, die ihre Zeit in der kommenden Outdoor-Saison nicht stetig mit Gießkanne und Schlauch verbringen wollen, sollten ihre Beete und Blumentöpfe entsprechend (um)gestalten. Denn Prachtkerze und Eisenherz sind echte Trockenkünstler, kommen deutlich besser mit sommerlicher Hitze zurecht als beispielsweise Hortensien. Auch viele Ziergräser und Klassiker wie Lavendel, Rosmarin und Thymian mögen es heiß. Doch weil nicht nur Pflanzen sich im Grünen wohlfühlen sollen, sondern auch Mensch und Tier, sollten Gartenbesitzer beim Anlegen der privaten Oase auch an Schatten spendende Bäume denken, unter denen es sich bei großer Hitze prima aushalten lässt.

Wasser im Garten

Ob plätschernder Sprudelstein, Minibrunnen oder XXL-Schwimmteich: 2019 heißt es im grünen Wohnzimmer „Wasser marsch!“. Seit Menschengedenken fasziniert das nasse Element Klein und Groß, und es ist Grundlage allen Lebens. Im Garten haben vor allem stille Wasserflächen eine beruhigende Ausstrahlung. Dagegen soll das angenehme Plätschern von bewegtem Wasser belebend wirken. Netter Nebeneffekt: Nicht nur für Menschen ist Wasser im Garten ein echter Segen – auch Nützlinge wie Bienen, Fledermäuse und Igel profitieren bei hohen Temperaturen vom kostbaren Nass.

Weniger Chemie für mehr Insekten

Das Schwinden vieler Insekten beunruhigt längst nicht mehr nur Naturschützer. Pestizide und ein unzureichendes Nahrungsangebot machen den fleißigen Helfern das Leben schwer. Zum Glück geht der Trend dahin, Privatgärten zu insektenfreundlichen Paradiesen umzugestalten – beispielsweise durch gänzlichen Verzicht auf Chemie zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung und durch ganzjährige Blütenvielfalt. So locken bereits im Spätwinter Winterlinge, Elfenkrokusse und Kätzchenweide die ersten Bienen an den „Blütentisch“. Später sollten dann Bergenien, Astern, ungefüllte Rosen, Fetthenne und Gehölze wie Spiersträucher und Weißdorn die Honigsammler anziehen. Übrigens bieten neben der Unterstützung der Nützlinge und dem guten Gärtnergewissen bienenfreundliche Gärten einen weiteren Vorteil: Die Ernte fällt größer aus – schließlich bestäuben die Tiere eifrig Obst- und Gemüseblüten.

Neues Gemüse mit alten Sorten

Wie zu Omas Zeiten: 2019 ziehen alte, beinah in Vergessenheit geratene Gemüsesorten zurück in den Garten: Ob Pastinake, Gelbe und Rote Bete, Mangold oder Steckrübe – sie alle sind sehr robust, trotzen auch extremem Wetter und Schädlingen, überzeugen durch intensiven Geschmack und Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralien. Und sie punkten damit, dass sie Kindheitserinnerungen wecken.

Bunte Pflanzen als Sichtschutz

2019 rankt und schlingt es an der Gartengrenze. Mit schönen Kletterpflanzen, Großstauden oder üppigen Rankgewächsen werden selbst unansehnliche Zäune zu „lebendigen“, naturnahen Gartengrenzen. Da haben störende Blicke neugieriger Nachbarn keine Chance! Gestaltet wird der Sichtschutz beispielsweise mit Blauregen, der mit dekorativer Blütenpracht lockt, Kletterrosen oder Waldreben, die Zäune und Mauern ein verwunschenes Aussehen verleihen. Wenn es schnell gehen muss, können Gartenbesitzer auch auf einjährige Schlinger wie die Schwarzäugige Susanne und Prunkwinde setzen. Sie wachsen flott in Höhe und Breite, blühen noch im Jahr der Aussaat. Aber auch innerhalb der Gartengrenzen stehen Raumteiler, hängende Töpfe oder Pflanzampeln bei Gartenbesitzern hoch im Kurs. Duftend, schmeckend oder blühend locken die vertikalen Gärten Blicke, Münder und Nasen von Naturfreunden an, sorgen dafür, das jede noch so kleine Gartenecke bestens genutzt werden kann. Coole Materialien wie Beton, Glas und Metall lassen gewöhnliche Pflanzkübel alt aussehen.

Von Julia-Marie Meisenburg

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