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00:18 03.07.2015
Simulation der Europäischen Weltraumorganisation: Die Esa plant eine Mission zur Abwehr von Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde. Quelle: dpa
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Hannover

Für fast alles scheint es Gedenk- oder Aktionstage zu geben. Fast 50 gibt es weltweit allein in diesem Juni mit seinen nur 30 Kalendertagen. Längst nicht alle werden durch ehrwürdige Institutionen wie die Vereinten Nationen proklamiert. Doch stets geht es um wichtige Anliegen, zum Beispiel Fahrradfahren (3. Juni), Schlafen und Yoga (beides 21. Juni), Bären (26. Juni) oder Düfte (27. Juni). Am Dienstag kommt nun ein weiterer denkwürdiger Tag hinzu, dessen interplanetare Bedeutung alle anderen irgendwie banal erscheinen lässt: Der erste Internationale Asteroiden-Tag erinnert daran, dass das Leben auf der Erde praktisch jederzeit durch einen tumben Koloss aus dem All vernichtet werden könnte.

Den Hintergrund kann man durchaus ernst nehmen. In unserem Sonnensystem schwirren Hunderttausende Asteroiden herum, die meisten auf geordneten Bahnen, aber ab und zu geht einer auf Kollisionskurs zur Erde - ist er klein, verglüht er in der Atmosphäre, was schön anzuschauen ist; ist er groß, schlägt er auf der Oberfläche auf, was schlimme Folgen haben kann. Zu einer regionalen Katastrophe kam es etwa 1908 in Sibirien: Der Einschlag eines Brockens mit vermutlich 40 Metern Durchmesser knickte in Sibirien auf einer Fläche von 2000 Quadratkilometern schätzungsweise 60 Millionen Bäume um. Die Katastrophe traf die russische Waldlandschaft am 30. Juni - auch dem Gedenken an dieses "Tunguska-Ereignis" dient der Asteroiden-Tag.

Alles nur ein PR-Gag?

Die Idee stammt vor allem von zwei Männern: Der eine ist Brian May, der nicht nur einen Doktortitel in Astrophysik hat, sondern als Gitarrist auch Gründungsmitglied der legendären Rockband Queen ist. Der andere ist der in Hamburg geborene Filmemacher Grigorij Richters. Die beiden trafen sich bei der Arbeit an Richters’ Film "51 Degrees North" - der beschreibt, was mit Menschen passiert, die wissen, dass in kaum drei Wochen die Welt untergeht. Ein Dokumentarfilmer soll die letzten Tage auf Erden mit seiner Kamera festhalten, dafür wird ihm ein Platz auf einer geheimen Raumstation versprochen. Offizieller Starttermin des Films ist vielleicht nicht zufällig: der 30. Juni. Möglicherweise ist der Asteroiden-Tag also nicht zuletzt ein PR-Gag für einen Kinofilm?

Inzwischen haben sich allerdings viele namhafte Astronauten und andere Wissenschaftler im Zusammenhang mit dem Gedenktag einer Onlinepetition angeschlossen, die fordert, dass die Suche nach gefährlichen Asteroiden um ein Hundertfaches verstärkt werden sollte. Das könnte tatsächlich helfen, die Menschheit zu retten - so mag aus einem vielleicht fragwürdigen Anlass am Ende doch eine gute Sache werden.

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