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Wissen Anti-Palmöl-Kampagne mit Orang-Utan wird erst verboten, dann zum Internet-Hit
Nachrichten Wissen Anti-Palmöl-Kampagne mit Orang-Utan wird erst verboten, dann zum Internet-Hit
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17:11 15.11.2018
Ein Orang-Utan auf Borneo: Die Menschenaffen in Indonesien sind akut bedroht durch den Anbau von Ölpalmen. Die britische Supermarktkette Iceland hat etwas dagegen. Quelle: Barbara Walton/dpa
London

Der Regenwald und seine tierischen Bewohner leiden unter der weltweit nachgefragten Palmöl-Produktion. Darauf reagierte die britische Supermarktkette Iceland mit einem Weihnachts-Werbeclip und verkündete, Eigenprodukte künftig frei vom umweltschädlichen Rohstoff zu halten.

Die zuständige Behörde kippte den TV-Clip aber wegen politischer Bedenken. Die Kette antwortet nun auf kreative Art – und die geht sofort viral.

Über die Social-Media-Kanäle verbreitet Iceland Foods derzeit Videos und Fotos von einem Orang-Utan, der durch die Straßen Londons streift. Der haarige Geselle ist allerdings nicht echt, sondern eine mechanische, ferngesteuerte Puppe. Mit ihr will das Unternehmen nach dem Werbeverbot auf sein Anliegen aufmerksam machen. In den kommenden Tagen soll der Orang-Utan-Roboter auch durch andere britische Großstädte trotten – „auf der Suche nach einem neuen Zuhause“, wie die Supermarktkette bei Twitter schreibt.

Palmöl steckt in vielen Supermarkt-Artikeln

Der Lebensraum der Menschenaffen ist durch den Anbau von Ölpalmen, vor allem in Indonesien, massiv bedroht. Der Regenwald, das natürliche Habitat der Tiere, wird großflächig gerodet, um die Palmöl-Produktion zu forcieren. Das Öl ist im Vielen enthalten, was sich in unseren Supermarktregalen befindet: Tütensuppen, Shampoo, Waschmittel, Margarine.

Deshalb versuchte Iceland, ein Zeichen zu setzen und produzierte einen animierten TV-Spot. In den Hauptrollen: ein kleiner Orang-Utan und ein Mädchen. Das Affenbaby turnt durchs Kinderzimmer und erzählt dem Mädchen von seinem Schicksal in der Heimat, die vom Menschen für seine Wohlstandsprodukte zerstört werde. Am Ende des Videos kündigt das Unternehmen an, so lange auf Palmöl zu verzichten, bis der Regenwald nicht mehr unter dem Anbau leidet. Von der Behörde „Clearcast“ wurde der Clip nicht fürs Fernsehen genehmigt aus Sorge, er sei „zu politisch“. Nun ist er im Internet ein großer Hit.

Mittlerweile wurde die verbannte Werbung allein bei Twitter 92.000 Mal geteilt, auch auf den anderen Social-Media-Plattformen geht der Zeichentrick-Spot durch die Decke. Die Botschaft von Iceland dürfte damit trotzdem angekommen sein.

Von Marco Nehmer/RND

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