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Archäologen finden Reste einer Millionenstadt

Bei Angkor Wat in Kambodscha Archäologen finden Reste einer Millionenstadt

Mega-City, Ballungsraum, Umgehungsstraße – alles Phänomene der Neuzeit? Mitnichten. Das alles gab es im Dschungel von Kambodscha vor Jahrhunderten schon – es war damals wohl die größte urbane Besiedlung der Welt.

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Archäologen haben riesige mittelalterliche Siedlungsreste in der Nähe der Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha entdeckt.

Quelle: Jens Kalaene/dpa

Phnom Penh. Was der Archäologe Damian Evans im Dschungel von Kambodscha mit Hilfe von modernen Lasermessungen (Lidar) sichtbar gemacht hat, sprengt alle bisherigen Vorstellungen. Man wusste schon, dass rund um das Zentrum Angkor Wat einst ganze Siedlungen mit ausgeklügeltem Bewässerungssystem gestanden haben. Aber die Ausmaße sind weitaus größer als gedacht. 

"Wir haben ganze Städte unter den Wäldern entdeckt, von denen bislang niemand wusste, dass sie dort sind" sagte Evans von der Ecole française d'Extreme-Orient in Paris der britischen Zeitung "The Guardian". Er nutzte mit Kollegen neue Lasermessungen (Lidar) aus der Luft, mit deren Hilfe Strukturen unter der dichten Vegetation des Dschungels erkannt werden können.

Größer als Berlin

Der Stadtplan, den Evans enthüllt, erinnert an eine moderne US-Stadt, mit schnurgeraden Straßen. Während Europa das Mittelalter durchlebte, haben die Menschen in den heißen, schwülen, teils trockenen oder von Monsunregen überschwemmten Dschungel eine Mega-City gesetzt, deutlich größer als Berlin. Das Ausmaß der Strukturen legt nahe: dies war ein einzigartiger Ballungsraum für die prä-industrielle Welt, womöglich das größte Reich auf Erden im 12. und 13. Jahrhundert. Die Hütten um die Tempel waren aus Holz und Lehm, davon ist nichts geblieben.

Das Angkor-Reich mutet in seinen urbanen Strukturen nicht nur sehr modern an, sondern hat nach Überzeugung von Evans auch eine Lehre für die heutige Gesellschaft parat: Massive Entwaldung, massive Eingriffe in die Natur mit komplexen Bewässerungskanälen und die immer größer werdende Stadt seien letztlich nicht nachhaltig gewesen. Das habe in Zeiten von Klimaänderungen mit anhaltenden Dürren im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert wahrscheinlich zu seinem Untergang beigetragen.

dpa/RND

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