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Deutschlands wohl ältester Friedhof entdeckt

In Brandenburg Deutschlands wohl ältester Friedhof entdeckt

In Brandenburg haben Archäologen den vermutlich ältesten Friedhof Deutschlands entdeckt. Dort liegt auch ein Säugling. Seine Mutter hatte zu wenig Milch.

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Kleinkinderbestattung aus der Mittelsteinzeit: Die neu gefundenen Gräber sprechen dafür, das um 6400 v.Chr. auf dem Weinberg Deutschlands ältestes Gräberfeld angelegt wurde.

Quelle: Bernd Settnik/dpa

Berlin. Das Gräberfeld bei Groß Fredenwalde im Landkreis Uckermark wurde offenbar um 6.400 vor Christus angelegt, wie Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) mitteilte. Das Areal aus der Mittelsteinzeit wurde vermutlich 1.000 Jahre lang als Friedhof genutzt.

Kind starb wohl an Unterernährung

Die Archäologen legten auch ein Babygrab frei. "Es ist die früheste bislang bekannte Kinder-Bestattung in Mitteleuropa, die wir kennen", sagte der Brandenburger Landesarchäologe Franz Schopper in Berlin. "Einige Knochenteile konnten bereits untersucht werden", erläuterte Anthropologin Bettina Jungklaus. Danach handelt es sich um ein etwa sechs Monate altes Kind.

Die Isotopenuntersuchung ergab: Das Baby aus der Mittelsteinzeit wurde nicht ausreichend gestillt und starb vermutlich an Unterernährung. DNA-Untersuchungen zur Bestimmung des Geschlechts des Kindes sind nach den Angaben geplant. "Das würdevolle Grab zeigt: Das Baby war nach dem Tode den Angehörigen etwas wert", sagte Thomas Terberger vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

"Da ist noch mehr"

Die Wissenschaftler rechnen mit weiteren Funden in Groß Fredenwalde. Terberger: "Da ist noch mehr." Weitere Puzzleteile zur Erkundung des Lebens der Vorfahren aus der Mittelsteinzeit werden erwartet. "Ich hatte immer geträumt, einmal eine mittelsteinzeitliche Bestattung zu untersuchen", sagte Terberger. Er hatte 2012 den Anstoß für erneute Grabungen auf dem etwa 100 Meter hohen Weinberg in Groß Fredenwalde gegeben.

epd/dpa

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