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19:01 15.06.2011
Weit in den Tiefen des Alls haben Astronomen die bislang ältesten Schwarzen Löcher erspäht. Quelle: dpa
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London

Wegen der enormen Entfernung ist das Licht der ersten Galaxien Milliarden Jahre zur Erde unterwegs - die Astronomen um Ezequiel Treister von der Universität von Hawaii blickten mit ihren Beobachtungen entsprechend lange zurück in der Zeit.

„Diese Beobachtungen zeigen, dass extrem massereiche Schwarze Löcher schon 700 bis 800 Millionen Jahre nach dem Urknall existiert haben“, erläuterte Treisters Teamkollege Priyamvada Natarajan von der Yale-Universität. „Das legt nahe, dass sie entweder so massereich geboren wurden oder dass sie explosionsartig gewachsen sind. Beide Szenarien sagen uns viel mehr als wir bisher wussten. Das ist sehr aufregend.“

Schwarze Löcher sind Himmelsobjekte mit einer so großen Dichte, dass nicht einmal das Licht aus ihnen entweichen kann. Mit ihrer großen Schwerkraft verschlucken sie immer mehr Materie aus ihrer Umgebung und können auf diese Weise vor allem im Zentrum von Galaxien mit der Zeit zu sogenannten supermassiven Schwarzen Löchern heranwachsen. Die Massemonster verraten sich durch die Materie, die sie verschlucken. Sie heizt sich extrem auf, während sie sich dem Schwarzen Loch nähert, und leuchtet dadurch hell, sogar im Röntgenlicht.

Die besonders alten Schwarzen Löcher waren jedoch nicht leicht zu finden, weil sie von ihren Heimatgalaxien gut abgeschirmt werden. Nur die energiereichste Röntgenstrahlung der hineinstürzenden Materie ließ sich in akribischer Analyse mit dem Weltraumteleskop „Chandra“ der US-Raumfahrtbehörde NASA nachweisen.

Mit diesen Beobachtungen konnten die Astronomen jedoch sogar die frühe Wachstumsrate der Schwarzen Löcher bestimmen. Sie müssen demnach durch die gesamte kosmische Geschichte gemeinsam mit ihren Heimatgalaxien gewachsen sein, wie die Forscher in „Nature“ schreiben. „Die Entdeckung zeigt uns eine symbiotische Verbindung zwischen Schwarzen Löchern und ihren Galaxien, die seit Anbeginn der Zeit existiert hat“, erläuterte Co-Autor Kevin Schawinski von der Yale-Universität.

dpa

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