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Wissen Bald neuer Goldrausch im All?
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12:51 19.12.2015
Mit dem "Space Act" könnte es bereits 2020 mit dem Goldrausch losgehen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Washington

Ende November unterzeichnete Präsident Barack Obama den „US Commercial Space Launch Competitiveness Act“ und eröffnete den Unternehmen seines Landes damit offiziell die Möglichkeit, kommerziellen Bergbau im All zu betreiben.

Immer mehr Unternehmen drängen auf den Markt für Raumfahrt, wodurch die Preise für eine Reise in den Orbit beständig sinken. Der Space Act unterläuft nun die Idee, dass der Weltraum der gesamten Menschheit gleichermaßen zu Forschungszwecken offen steht und stärkt die Ansprüche von Investoren, Profit aus Weltraum-Projekten zu schlagen - zumindest nach US-Recht.
„Die Auskundschaftung und Nutzung der Ressourcen des Alls hat begonnen“, prophezeit Christopher Johnson, Anwalt bei der Secure World Foundation, die sich mit der langfristigen Perspektive wirtschaftlicher Weltraum-Nutzung beschäftigt. Johnson zufolge legt das Gesetz den Grundstein für ein Jahrhundert der Geschäftstüchtigkeit fernab der Erde.

Die Kosten für die kommerziellen Pioniere im All sind zwar derzeit noch exorbitant. Aber während viele große Unternehmen davon weiter abgeschreckt werden, loten kleinere Wettbewerber ihre Aussichten aus, Gewinner eines außerirdischen Goldrausches werden zu können. Mit von der Partie ist auch Google-Mitgründer Larry Page, dessen 2012 gestartetes Unternehmen Planetary Resources sich als „Asteroiden-Bergbaugesellschaft“ bezeichnet.

Bislang seien potenzielle Investoren skeptisch gewesen, ob Privatunternehmen im All gewinnbringend arbeiten könnten, sagt Chris Lewicki, Vorsitzender von Planetary Resources. Der Space Act „erlaubt uns nun, Kunden und Investoren eine Absicherung zu bieten, während wir unser Weltraumgeschäft aufbauen“, erläutert Lewicki und frohlockt: „Unsere Geldgeber sind begeistert“.

Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa sind rund 1500 Asteroiden von der Erde aus vergleichsweise einfach zu erreichen. Auf etwa jedem Zehnten davon werden wertvolle Ressourcen vermutet. Edelmetalle und andere Rohstoffe wecken bei vielen Unternehmen Begehrlichkeiten, doch die Raumfahrtindustrie selbst hat es vor allem auf etwas ganz anderes abgesehen: Wasservorkommen auf den Kleinplaneten könnten nämlich das Problem der Energieversorgung im Weltraum deutlich verkleinern.

Das gefrorene H2O auf den Asteroiden könnte Raumfahrzeugen und Satelliten in Zukunft die Möglichkeit bieten, ihre Tanks direkt im All mit Wasserstoff aufzufüllen, und so beispielsweise Reisen zum Mars logistisch erheblich vereinfachen und verbilligen. „Zwei Tonnen Wasser in den Weltraum zu befördern kostet momentan noch 100 Millionen Dollar im Jahr“, erläutert Lewicki. Könnte der Treibstoff gleich im Orbit gewonnen werden, dann eröffneten sich damit „unermessliche Chancen“.

Die ersten Erkundungsmissionen könnten laut Planetary Resources und dem Konkurrenten Deep Space Industries schon 2017 anlaufen; ein Beginn des Weltraum-Bergbaus sei gar schon für 2020 vorstellbar. Deep Space Industries hat bereits die Entsendung von kleinen, rund 30 Kilogramm schweren Explorations-Satelliten ins Auge gefasst, die Aufschluss über das tatsächliche ökonomische Potenzial auf den durchs All rasenden Gesteinsbrocken geben sollen.

Die Unternehmen rechnen damit, dass die Vorbereitung des Goldrausches in den kommenden zehn bis 15 Jahren Investitionen von bis zu drei Billionen Dollar notwendig machen dürfte. So viel Geld kann jedoch nur durch weltweites Interesse an ihren Geschäftsvorhaben zusammenkommen - weshalb die US-Firmen darauf hoffen müssen, dass auch andere Länder einen eigenen Space Act beschließen.

afp

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