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Soldaten gegen Moskitos

Großoffensive gegen Zika-Virus Soldaten gegen Moskitos

In Brasilien breitet sich das durch eine Moskitoart übertragende Zika-Virus weiter aus. 68 Babys sind gestorben, Tausende Fehlbildungen wurden festgestellt. Nun schaltet sich sogar die Armee ein: Mehr als 200.000 Soldaten sollen eingesetzt werden.

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Brasilien ist längst nicht das erste südamerikanische Land, dass Soldaten gegen die Moskitoart Aedes aegypti einsetzt. Vor sieben Jahren startete beispielsweise Bolivien eine Großoffensive gegen die Moskitoar, wie dieses Foto zeigt.

Quelle: dpa/Archiv

Rio de Janeiro. Das brasilianische Militär will mit einer Großoffensive die Moskitoart Aedes aegypti bekämpfen, die den sich rasant ausbreitenden Zika-Virus überträgt. Verteidigungsminister Aldo Rebelo betonte am Mittwochabend bei der Vorstellung des Programms: "Wir müssen alle Kräfte des Staates und der Gesellschaft bündeln."

In 356 Städten und Gemeinden sowie tausenden Schulen soll über die Gefahr aufgeklärt und Moskitos und deren Eiablageplätze vernichtet werden. 160.000 Soldaten, 30.000 Mitglieder der Marine und 30.000 Militärs der Luftwaffe sollen eingesetzt werden. In dem Land gibt es über eine halbe Millionen Infektionen mit dem Virus, der im Verdacht steht, bei der Infizierung von Schwangeren schwere Fehlbildungen bei deren Babys auszulösen. Für die direkte Bekämpfung der Moskitos mit Insektenschutzmitteln sollen rund 50.000 Soldaten eingesetzt werden.

Es gibt keinen Impfstoff

Bisher wurden in Brasilien seit vergangenem Jahr schon 4180 Fälle von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) festgestellt - 68 Babys starben bisher. Das Gesundheitsministerium sieht einen klaren Zusammenhang zu dem zuvor kaum bekannten, ursprünglich aus Afrika stammenden Zika-Virus, der sich schon in über 20 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet hat.

In Brasilien gibt es bereits zwölf Fälle, wo Schwangere, deren Kinder mit Schädelfehlbildungen geboren wurden, sich zuvor mit Zika infiziert hatten. Mikrozephalie führt meist wegen eines zu kleinen Gehirns zu geistiger Behinderung.

Vor der starken Ausbreitung galt das Zika-Virus als eher harmlos - Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen. Auch aus Nicaragua wurden nun die ersten zwei Zika-Fälle gemeldet, auch mehrere aus Lateinamerika zurückgekehrte deutsche Touristen haben sich infiziert. Bisher gibt es keinen Impfstoff, es gibt viele Unklarheiten.

Großeinsatz vor Karnevalsfeiern

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff kündigte für nächsten Dienstag ein Krisentreffen der Gesundheitsminister des südamerikanischen Staatenbundes Mercosur an. Vor dem nächsten Woche beginnenden Karneval sollen auch in der Hauptveranstaltungsstätte, dem Sambadrom in Rio de Janeiro, die Moskitos mit Spezialmitteln bekämpft werden, damit keine Gefahr für die Besucher besteht, es werden bis zu eine Million Menschen zum Karneval erwartet.

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und dann stärker 2013 in Französisch-Polynesien auf. Aber erst seit 2015 gibt es einen massenhaften Ausbruch des Zika-Virus, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

dpa

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Gesundheit
Der Zika-Virus wird durch Tropenmücken übertragen. Verbreitet ist der Erreger in vielen Ländern Lateinamerikas.

Zika-Fälle gibt es auch in Deutschland. Reisende schleppten den Erreger ein. Mit ganz anderen Dimensionen der Krankheit hat aber Lateinamerika zu kämpfen. Dort breitet sich der Erreger weiter aus.

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