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Gesundheitsexperten raten: Esst ruhig Fett!

Studie aus Großbritannien Gesundheitsexperten raten: Esst ruhig Fett!

Britische Wissenschaftler sorgen mit einem revolutionären Ansatz für Aufsehen: Laut ihrer These ist die Fett- und cholesterinarme Ernährung der falsche Weg. Die renomierten Experten fordern gar eine Überarbeitung der britischen Ernährungsempfehlungen.

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Ein bisschen mehr Fett im Essen schadet nicht – sagen Wissenschaftler.

Quelle: dpa

London. Woran merken wir, dass es Sommer wird? Genau: An den Titelblättern der Frauenzeitschriften. „Bikinifigur!!!“, heißt das Gebot der Stunde, und die Redaktionen überbieten sich wieder im Aufspüren von Wunderdiäten. Zwei Kilo weg in 24 Stunden, „5 zu 2“ (fünf Tage schlemmen, zwei Tage hungern), essen, wie es in den Sternen steht, essen wie ein Steinzeitmensch – die Heilsversprechen können nicht exotisch genug sein.

Mitten in diese vorsommerliche Figur-Hysterie platzt eine Nachricht aus Großbritannien, die all die Hungerleider erstarren lässt: Esst ruhig Fett, lautet die Kernbotschaft.

Überraschende Parole von renommierter Stelle

Äh, wie bitte? Plagen wir uns nicht seit Jahrzehnten mit Low-Fat-Margarine, No-Fat-Joghurt und sonstigen lebensmittelähnlichen Substanzen, um unsere Arterien frei und unsere Hüften schmal zu halten? Soll der ganze Verzicht etwa umsonst gewesen sein?

Die überraschende Parole stammt von renommierter Stelle: Das National Obesity Forum (NOF) und die Public Health Collaboration fordern gemeinsam eine Überarbeitung der britischen Ernährungsempfehlungen und postulieren den Satz: „Fett zu verzehren macht allein nicht fett.“

Im Gegenteil: Ein neuer Report zeige, dass eine fett- und cholesterinarme Ernährung sogar negative gesundheitliche Folgen haben könne, zitiert der „Telegraph“ die Wissenschaftler um Professor David Haslam vom NFO.

Seit den Achtzigerjahren werde in Großbritannien vor zu fettigem Essen gewarnt – dennoch gebe es dort heute mehr Übergewichtige denn je. Der Grund: Weil die Low-Fat-Lebensmittel kaum Brennwert haben, wird zwischendurch genascht, was das Zeug hält.

Lebensmittelindustrie am Pranger

Die Mediziner wittern sogar einen Einfluss der Lebensmittelindustrie, die ihre Diätprodukte umso besser verkaufen kann, je mehr von vermeintlich objektiver Stelle für „figurbewusste“ Ernährung geworben wird.

Gegner der provokanten Fett-ist-dein-Freund-These können sich mit deren Verfassern zumindest auf eines einigen: Eine ausgewogene Ernährung mit vollwertigen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln ist immer noch das Beste für die Gesundheit.

Jetzt muss den Briten bloß noch einer erklären, dass Chips höchstens theoretisch als Gemüse durchgehen.

Von Stefanie Gollasch

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