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Wissen Buß- und Bettag: Darum hat nicht jeder an dem Feiertag frei
Nachrichten Wissen Buß- und Bettag: Darum hat nicht jeder an dem Feiertag frei
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15:24 21.11.2018
Besinnung, kritische Lebensbilanz und Neuorientierung stehen in der evangelischen Kirche am Buß- und Bettag im Mittelpunkt. Quelle: epd
Hannover

Am Mittwoch, den 21. November 2018, findet der evangelische Buß- und Bettag statt. Anders als viele sonstige Feiertage wie Weihnachten oder Ostern bezieht er sich nicht auf eine biblische Erzählung, sondern hat eine lange und ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. Verordnet wurde er von der staatlichen Obrigkeit und sollte in Zeiten des Krieges, Hungers und anderer Nöte als Tag der Buße dienen.

Wann ist Buß- und Bettag 2018 in Deutschland?

In diesem Jahr fällt der Buß- und Bettag auf den 21. November, einen Mittwoch. Da es sich um einen sogenannten beweglichen Feiertag handelt, fällt er jedes Jahr auf einen anderen Termin. Grund dafür ist, dass der Buß- und Bettag in jedem Jahr am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres im November begangen wird – damit liegt er genau 11 Tage vor dem Advent.

Buß- und Bettag 2018 bis 2020

Buß- und Bettag 2018: Mittwoch, 21. November 2018

Buß- und Bettag 2019: Mittwoch, 20. November 2019

Buß- und Bettag 2020: Mittwoch, 18. November 2020

Buß- und Bettag 2021: Mittwoch, 17. November 2021

Wer hat am Buß- und Bettag frei und ist er ein Feiertag

Von 1981 bis 1994 handelte es sich beim Buß- und Bettag um einen gesetzlichen Feiertag für ganz Deutschland und auch in anderen Ländern mit überwiegend katholischer Bevölkerung hatten Arbeitnehmer einen freien Tag. Allerdings wurde der Feiertag 1995 gestrichen. Auf diese Weise sollte der Beitrag der Arbeitgeber zur Pflegeversicherung aufgefangen werden. Heute ist der Buß- und Bettag lediglich in einem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag und zwar in Sachsen.

In diesen Bundesländern haben Sie am Buß- und Bettag am 21.11.2018 frei

Wie bereits erwähnt, wurde der Buß- und Bettag als offizieller Feiertag in Deutschland beinahe überall gestrichen. Nur ein Bundesland feiert ihn auch heute noch und kann sich über einen freien Tag freuen. Darüber hinaus gibt es in einigen Bundesländern spezielle Ausnahmeregelungen:

Sachsen (gesetzlicher Feiertag)

Bayern (durch eine Ausnahmeregelung haben alle Schülerinnen und Schüler frei)

Berlin (durch eine Ausnahmeregelung steht es evangelischen Schülern frei, an diesem Tag selbst zu entscheiden, ob sie zur Schule gehen möchten oder nicht).

NICHT frei haben übrigens Erwachsene. Das gilt auch für Lehrer, die zwar unterrichtsfrei, aber nicht dienstfrei haben. Sie nutzen die Zeit beispielsweise für Fortbildungen oder pädagogische Tage. Alle sonstigen Arbeitnehmer müssen regulär zur Arbeit gehen.

In diesen Bundesländern ist der Buß- und Bettag KEIN gesetzlicher Feiertag

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Ausnahmeregelungen am Buß- und Bettag

Die Ausnahmeregelungen in Bayern und Berlin sorgen immer wieder für Diskussionen. Während sich die Schüler über ihren freien Tag freuen, müssen die Eltern nicht nur ganz normal arbeiten, sondern in vielen Fällen auch für eine alternative Kinderbetreuung sorgen – denn zahlreiche Kitas und Horte haben an schulfreien Tagen ebenfalls geschlossen. Aus diesem Grund ist der Buß- und Bettag nicht selten auch mit einer ganzen Menge Planung und Stress verbunden. Um für Entlastung zu sorgen, helfen viele Kirchengemeinden und Unternehmen mit speziellen Kinderbetreuungen aus.

Was ist der Buß- und Bettag überhaupt?

Ursprünglich geht der evangelische Buß- und Bettag auf Notzeiten zurück, es handelt sich also um kein konkretes biblisches Ereignis, das an einem speziellen Tag im Kalender stattfand. In regelmäßigen Abständen wurden diese Tage ausgerufen, um die Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufzurufen, wenn es zu Notständen und Gefahren kam. Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts findet ein allgemeiner Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, also dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, statt. Thematisch geht es beim Buß- und Bettag um Reue für begangene Sünden und eine Rückbesinnung auf den Gottesglauben.

Bußzeiten fanden bereits in der Antike statt – in Rom gab es beispielsweise die „feriae piaculares“, um Not und Kriegsgefahr abzuwenden. Im Mittelalter waren vor allem zwei Bußtage präsent: die einen wurden von der Obrigkeit angeordnet und die anderen ergaben sich aus der kirchlichen Ordnung.

In den deutschen Territorien des 19. Jahrhunderts gab es viele unterschiedliche Termine für Buß- und Bettage – laut der evangelischen Landeskirche in Baden gab es 1878 in 28 deutschen Ländern 47 verschiedene Buß- und Bettage, die an 24 Tagen stattfanden. Diese große Anzahl entstand, weil jedes Kirchengebiet seine eigenen Bußtage einrichtete.

Ausgehend von der sogenannten Eisenacher Konferenz Mitte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich ein einheitlicher Bußtag eingerichtet. In Deutschland setzte sich dieser aber erst 1934 durch. Von dort an fand er am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres statt. Lediglich während des zweiten Weltkriegs wurde er zeitweise auf einen Sonntag verlegt.

Was hat die Pflegeversicherung mit dem Buß- und Bettag zu tun?

Seit 1994 ist der Buß- und Bettag mit Ausnahme von Sachsen kein gesetzlicher Feiertag mehr in Deutschland. Abgeschafft wurde er zugunsten der Mitfinanzierung der Pflegeversicherung, die 1995 als Pflichtversicherung eingeführt wurde. Arbeitgeber wurden aufgrund dessen finanziell stärker belastet. Um diese Belastung auszugleichen, entschied sich die Politik trotz Widerstands der Kirche dazu, den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen.

Lediglich die sächsische Landesregierung hatte sich dafür eingesetzt, den arbeitsfreien Tag aufrechtzuerhalten. Dafür müssen die sächsischen Arbeitnehmer zum Ausgleich 0,5 Prozent mehr ihres Brutto-Gehaltes in die Pflegeversicherung einzahlen.

Von RND/do

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