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Ein Pinguin-Baby zu Weihnachten

"Christmas Chicks" zur Adoption frei Ein Pinguin-Baby zu Weihnachten

Der Brillenpinguin ist vom Aussterben bedroht. Um der Art zu helfen, kann man zu Weihnachten Pinguin-Babys adoptieren. Mit nach Hause nehmen kann man die "Christmas Chicks" aber nicht.

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Mehr als 350 kranke, verletzte oder unterernährte Brillenpinguine werden derzeit in der Pflegeeinrichtung von Sanccob im südafrikanischen Kapstadt versorgt.

Quelle: Nic Bothma

Kapstadt. Mit zwei großen Pappkartons klettert Lisa Ross in ein kleines Pinguingehege. Die flauschigen Jungtiere kreischen aufgeregt und watscheln auf sie zu. Einige zwicken der deutschen Abiturientin in die Knöchel. Die 18-Jährige aus Kassel macht ein Praktikum bei der Stiftung für den Schutz von Seevögeln im südlichen Afrika (Sanccob). Dort will sie helfen, die wilden Pinguine des Kontinents vor dem Aussterben zu retten.

Routiniert treibt Ross, die eventuell Tiermedizin studieren möchte, die Vögel in eine Ecke, die sie dann mit den Kartons abtrennt. Sie setzt sich auf einen Hocker und klemmt sich einen Baby-Pinguin zwischen die Beine. Mit einer Hand hält Ross den Schnabel auf, mit der anderen flößt sie flüssige Medizin und Nahrung durch einen Schlauch.

Immer mehr schädliche Einflüsse

Mehr als 350 kranke, verletzte oder unterernährte Brillenpinguine werden derzeit in der Pflegeeinrichtung von Sanccob im südafrikanischen Kapstadt versorgt. Mit jedem Jahr steige die Zahl bedürftiger Tiere, sagt Sanccob-Sprecher Francois Louw, denn es gebe immer mehr schädliche Einflüsse. Dazu gehören Überfischung, steigende Wassertemperaturen, Bebauung der Küstenlinie und Umweltverschmutzung, so Louw. Folglich fehlten vielen ausgewachsenen Tieren die notwendigen Fettreserven, um ihre Jungen zu füttern. Ohne die Hilfe von Tierschützern würden viele kleine Pinguine verhungern.

Die Populationszahlen des Brillenpinguins (Spheniscus demersus), der in Südafrika und Namibia lebt, mit vereinzelten Paaren auf den Inseln vor Angola, sind im vergangenen Jahrzehnt drastisch gesunken. Im Jahr 2001 gab es allein in Südafrika nach Angaben des Umweltministeriums noch 56 000 brütende Pinguin-Paare. Elf Jahre später waren es dort nur noch 19 000 Paare. In Namibia wurden 2012 rund 6000 Paare gezählt. Seit 2010 hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Brillenpinguin auf der Roten Liste als "gefährdet" eingestuft.

Pflegekosten sind hoch

Sanccob hat in der vergangenen Dekade 4000 Brillenpinguine hochgepäppelt und wieder in die freie Wildbahn entlassen. Die Rehabilitierung der 60 bis 70 Zentimeter großen Tiere dauert zwischen sechs Wochen und drei Monaten, je nach Gesundheitszustand und Größe der Vögel. So sind die Kosten der Pflege hoch. Die steigenden Zahlen bedürftiger Tiere mache es immer schwieriger, allen Pinguin-Babys zu helfen, so Louw.

Daher die Idee, die an die Herzen vieler Tierfreunde zielen soll: Wer helfen möchte, Afrikas einzige Pinguinart zu retten, kann in der Vorweihnachtszeit ein "Christmas Chick" adoptieren, für umgerechnet 65 Euro. Das sei in etwa der Betrag, der zum Aufpäppeln und Freilassen benötigt werde. Im Gegenzug dürfen die "Adoptiveltern" dem Baby-Pinguin einen Namen geben. "Mit nach Hause nehmen kann man die Tiere aber nicht", sagt Louw schmunzelnd. Auch kleinere Spenden helfen. Eine Ration von drei Kisten Fisch kostet laut Sanccob 14 Euro, Tiermedizin und Veterinärbedarf sind pro Pinguin mit 30 Euro abgedeckt. Zudem lassen sich Tiere auch im ganzen Jahr adoptieren.

Sobald die schwarz-weißen Vögel wieder fit sind, werden sie zurück in die Freiheit entlassen - gesund, gut ernährt und in der Lage, als wilder Pinguin im Atlantischen Ozean zu überleben. Mit etwas Glück für mehr als 20 Jahre. 

dpa

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