Der WWF verwies darauf, dass der Bestand an Jungfischen seit den 80er Jahren auf ein bis neun Prozent der damaligen Größe geschrumpft ist. Selbst nach einem sofortigen Fangstopp werde es 60 bis 100 Jahre dauern, ehe sich die Aalbestände erholen, da es zuwenig fortpflanzungsfähige Tiere gebe.
Laut WWF beauftragte die EU alle Mitgliedstaaten, Pläne zum Schutz der Aale zu entwickeln. In Norwegen werden die kommerzielle und die Freizeitangelei auf Aal deshalb verboten. Die Bundesregierung ist verpflichtet, bis Ende des Jahres ihren Schutzplan vorzulegen.
Der WWF forderte die Verbraucher nun zum Konsumverzicht auf. „Jeder Aal auf dem Teller gefährdet das Überleben der gesamten Art. Dabei ist es gleichgültig, ob die Tiere in kommerzieller oder Sportfischerei gefangen werden“, erklärte Catherine Zucco, WWF-Fischereiexpertin. Aale sind neben der Überfischung vor allem durch Wasserkraftwerke bedroht, in deren Turbinen sie bei ihren Laichwanderungen oft tödliche Verletzungen erleiden.
Nach einer Studie, die die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins veröffentlichte, sterben je nach Turbinentyp bis zu 28 Prozent der abwandernden Aale allein in einem Kraftwerk. Die Vielzahl von Kraftwerken in deutschen Flüssen könne deshalb dazu führen, dass die Mehrzahl der abwandernden Tiere getötet oder verletzt wird. Im Rhein liegen bis zur Mündung 13 große Wasserkraftanlagen, im Main sind es 34, in der Mosel 22 und im Neckar 20.
Die Aale schlüpfen in der Sargassosee und durchqueren in einer 5000 Kilometer langen Wanderung den Atlantik. Als sieben Zentimeter lange Glasaale erreichen sie nach etwa drei Jahren Europa und wandern die Flüsse hinauf, wo sie in zehn bis 20 Jahren zur Geschlechtsreife heranwachsen. Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die Tiere durch Flüsse und Atlantik in die Sargassosee zurück, wo sie nach dem Ablaichen sterben.
afp
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Kommentare
Europäischer Aal (anguilla anguilla) BIOMARE – 12.11.09
Einen lieben Gruss an den WWF.Der Rückgang der Aal Bestände ist durch vielfältige Einwirkungen beeinflusst. Zum einem im Wesentlichen durch den Betrieb von Wasserkraftwerken ist das Wanderverhalten der Aale negativ beeinflusst - rd. 30 % der aufsteigenden Aale werden getötet. Darüber hinaus ist durch den Kormoranfrass der Aal bedroht. Es werden in Deutschland nachweislich in der Menge mehr Aale durch den Kormoran getötet, als in der Binnenfischerei gefangen werden. Zusätzlich ist anzumerken, dass aus den Erträgen der Fischerei aber auch durch Angelvereine seit Jahrzehnten Besatzmaßnahmen durchgeführt werden, um den Aalbestand zu stärken. Die geringste Menge der Aale wird durch die Fischerei und Vermarktung benötigt! Es gibt viele gute Initiativen für den Aal – leider wird im Artikel nicht darauf eingegangen. Das Thema ist komplexer!
Unverständnis Karl Wilhelm – 05.11.09
Ich verstehe hier wirklich einige bescheuerte Kommentare überhaupt nicht. Wenn man einmal betrachtet, was für ein fazinierenden Ablauf die Natur zur Vermehrung der Aale geschaffen hat, kann man erst ermessen, wie schrecklich es ist, wenn wir dies eines Tages nur noch aus Geschichtsbüchern erfahren können. Was nutzt auch die unendliche Geduld und Intelligenz einiger Weniger bei der Erforschung solcher Naturphänomene, wenn die Menschheit insgesamt zu dumm, zu gierig und zu verantwortungslos ist, um aus diesem Wissen vernünftige Schritte abzuleiten.@Aufpasser Schlaumeier – 05.11.09
Und warum heißt es dann, dass die Tiere "aussterben". Erst überlegen, dann schreiben. Eine Pflanze geht ein, ein Tier kann höchstens verenden oder eben sterben. Man spricht ja auch vom Artensterben.... So viel zum Theme Halbbildung!Fernöstliche Nahrungskultur Zippl – 05.11.09
Kann mich dem Klaus nur anschließen. Aber der Kampf gegen Glasaalesser ist halt im Kino nicht so reißerisch aufzuziehen, wie man es mit Delfin-, Hai- oder Robbenschlächtern durchführen kann, somit interessiert es keinen.Traurig, dass ein Problem nur dann als solches erkannt wird, wenn irgendjemand einen Kinofilm darüber produziert.
Aale sterben Klaus – 05.11.09
Seit jahren haben die Sportfischer darauf hingewiesen das der Tonnenweise Verzehr von Glasaalen zu einem Ungleichgewicht führen wird. Es leben die Feinschmecker und östlichen Essgewohnheiten....@Aufpasser Skipper – 04.11.09
Wieso - seit einiger Zeit sind doch Hunde und Katzen auch schwanger und nicht mehr trächtig ..Aal- "sterben" Aufpasser – 04.11.09
Wenn sich doch endlich mancher halbgebildete HAZ-Redakteur angewöhnen könnte, daß Tiere nicht "sterben", sondern eingehen ! Ist das eigentlich so schwer zu begreifen ???Späte Einsicht WillmaNord – 04.11.09
Es wird Zeit, die Wasserkraftwerke an den Flüssen abzuschaffen. Die Aale finden den Weg auch im Dunkeln.