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Der Aal in Europa steht unmittelbar vor dem Aussterben

Artenschutz Der Aal in Europa steht unmittelbar vor dem Aussterben

Der Europäische Aal steht unmittelbar vor dem Aussterben und muss nach einer Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) maximal geschützt werden. Dies teilte die Umweltschutzorganisation WWF an diesem Mittwoch in Frankfurt am Main mit und forderte als Konsequenz die Schließung der Aal-Fischerei auch für Hobby-Angler.

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Der Europäische Aal ist restlos überfischt und soll nach Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) maximal geschützt werden.

Quelle: ddp (Archiv)

Der WWF verwies darauf, dass der Bestand an Jungfischen seit den 80er Jahren auf ein bis neun Prozent der damaligen Größe geschrumpft ist. Selbst nach einem sofortigen Fangstopp werde es 60 bis 100 Jahre dauern, ehe sich die Aalbestände erholen, da es zuwenig fortpflanzungsfähige Tiere gebe.

Laut WWF beauftragte die EU alle Mitgliedstaaten, Pläne zum Schutz der Aale zu entwickeln. In Norwegen werden die kommerzielle und die Freizeitangelei auf Aal deshalb verboten. Die Bundesregierung ist verpflichtet, bis Ende des Jahres ihren Schutzplan vorzulegen.

Der WWF forderte die Verbraucher nun zum Konsumverzicht auf. „Jeder Aal auf dem Teller gefährdet das Überleben der gesamten Art. Dabei ist es gleichgültig, ob die Tiere in kommerzieller oder Sportfischerei gefangen werden“, erklärte Catherine Zucco, WWF-Fischereiexpertin. Aale sind neben der Überfischung vor allem durch Wasserkraftwerke bedroht, in deren Turbinen sie bei ihren Laichwanderungen oft tödliche Verletzungen erleiden.

Nach einer Studie, die die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins veröffentlichte, sterben je nach Turbinentyp bis zu 28 Prozent der abwandernden Aale allein in einem Kraftwerk. Die Vielzahl von Kraftwerken in deutschen Flüssen könne deshalb dazu führen, dass die Mehrzahl der abwandernden Tiere getötet oder verletzt wird. Im Rhein liegen bis zur Mündung 13 große Wasserkraftanlagen, im Main sind es 34, in der Mosel 22 und im Neckar 20.

Die Aale schlüpfen in der Sargassosee und durchqueren in einer 5000 Kilometer langen Wanderung den Atlantik. Als sieben Zentimeter lange Glasaale erreichen sie nach etwa drei Jahren Europa und wandern die Flüsse hinauf, wo sie in zehn bis 20 Jahren zur Geschlechtsreife heranwachsen. Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die Tiere durch Flüsse und Atlantik in die Sargassosee zurück, wo sie nach dem Ablaichen sterben.

afp

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