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Wissen Deutschland belegt bei Personal in Krankenhäusern einen Spitzenplatz
Nachrichten Wissen Deutschland belegt bei Personal in Krankenhäusern einen Spitzenplatz
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00:31 09.11.2018
Ein Arzt misst den Blutdruck einer Patientin. Laut einer weltweiten Studie ist zu hoher Blutdruck weit verbreitetes, aber vermeidbares Gesundheitsrisiko. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Seattle

Was haben Deutschland, Island und Kuba gemein? Sie gehören zu den 15 Ländern der Welt mit dem meisten medizinischen Personal. Das geht aus einer der weltweit größten Gesundheitsstudien hervor, die in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Auf dem letzten Platz landete demnach das westafrikanische Land Benin.

Für die Studie betrachtet wurde die Zahl der Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen im Vergleich zur Einwohnerzahl. Dafür lagen Daten aus dem Jahr 2017 vor. Alle 15 Staaten der Spitzengruppe erzielten den Bestwert auf einer Skala von 1 bis 100. Allerdings betonen die Autoren, dass das allein noch keinen Rückschluss auf die Qualität der medizinischen Versorgung zulasse.

Fast Hälfte der Länder hat zu wenig Personal

Sorgen bereitet den Wissenschaftlern hingegen, dass fast die Hälfte aller 195 untersuchten Länder mit einem Mangel an medizinischem Personal kämpfen. Im vergangenen Jahr hatten diese pro 10.000 Einwohner weniger als zehn Ärzte und weniger als 30 Krankenschwestern und Hebammen im Einsatz.

Die Versorgung mit medizinischem Personal wurde in der „Global Burden of Disease“-Studie (Studie zur weltweite Krankheitslast) zum ersten Mal erfasst. Diese gibt es seit dem Anfang der 1990er-Jahre, zuletzt erschien sie alle zwei Jahre. Darin analysieren die Forscher die wichtigsten Gesundheitsrisiken der Welt.

Hälfte der weltweiten Todesfälle hat vermeidbare Ursachen

Alarmierend sei, dass mehr als die Hälfte der weltweit 56 Millionen Todesfälle im Jahr 2017 auf vier weitgehend vermeidbare Faktoren zurückging: Auf hohen Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte und Übergewicht. Alle vier Faktoren, so die Forscher, haben im Vergleich mit 1990 an Bedeutung gewonnen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich auch die Zahl der Menschen, die durch Krieg und Terror ums Leben kommen, vergrößert. Mehr als doppelt so viele sterben in Konflikten. Hingegen weniger Menschen erkrankten und starben an verunreinigtem Wasser, schlechter Hygiene oder Luftverschmutzung in Häusern.

Lebenserwartung ist weltweit gestiegen

Zwar stieg die Lebenserwartung im globalen Mittel, regional und je nach Geschlecht unterscheide sich aber stark, wie alt Menschen werden. In 180 von 195 Ländern haben 2017 geborene Mädchen eine höhere Lebenserwartung als Jungen.

Im weltweiten Schnitt werden diese Mädchen voraussichtlich 75,6 Jahre alt, 2017 geborene Jungen wohl nur 70,5 Jahre. Deutschland liegt auch hier über dem Schnitt: Die Lebenserwartung liegt hier mehr als sieben Jahre höher – für Mädchen bei 83 Jahren und für Jungen bei 78,2 Jahren.

Forscher beunruhigt verlangsamter Fortschritt

Doch auch mit einer steigenden Lebenserwartung sehen die Forscher neue Probleme wachsen: Werden immer mehr Menschen älter, erfordere dies auch eine bessere Gesundheitsversorgung. Insgesamt bewerteten sie die globale Gesundheitsentwicklung als beunruhigend.

„Die weltweiten Zahlen zeigen nicht nur eine besorgniserregende Verlangsamung des Fortschritts, der Blick auf die detaillierten Ergebnisse bringt auch exakt zutage, wie unausgewogen die Entwicklung ist“, schreiben sie in der jüngsten „Global Burden of Disease“-Studie. Es bedürfe großer internationaler Anstrengungen, um Gesundheitsrisiken in allen Teilen der Welt zu reduzieren und die medizinische Versorgung zu verbessern.

Die Studie „Global Burden of Disease“ wurde zuerst von der US-amerikanischen Harvard University, der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Weltbank ins Leben gerufen. Mittlerweile sind über 3500 Wissenschaftler aus mehr als 140 Ländern an dem Projekt beteiligt.

Von RND/nie/dpa

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