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Spezielle Augenform

Dinosaurier gingen auch nachts auf Jagd


Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Disnosaurier nur tagsüber aktiv waren und in der Nacht nichts sehen konnten. Diese Hypothese trifft nach neusten Erkenntnissen nur auf Flugsaurier zu. Die Augenform der Jäger am Boden deutet jedoch darauf hin, dass sie auch nachts jagten.
Der Schädel eines pflanzenfressenden Protoceratops andrewsi, der wie viele andere Dinosaurier bei Tag und bei Nacht auf Jagd ging.

Der Schädel eines pflanzenfressenden Protoceratops andrewsi.

Viele Dinosaurier jagten nachts oder in der Dämmerung - jedenfalls legt das die Form ihrer Augen nahe. Das berichten Forscher der Universität von Kalifornien in Davis im US-Fachjournal „Science“. Lars Schmitz und Ryosuke Motani bringen mit ihren Ergebnissen eine bisher allgemein akzeptierte Hypothese zu Fall: Bisher war man davon ausgegangen, dass alle Dinosaurier tagaktiv waren und erst Säugetiere die Fähigkeit entwickelt haben, auch nachts zu sehen.

Saurier, die fliegen konnten, waren den Ergebnissen der Forscher nach hauptsächlich tagaktiv; viele Räuber am Boden jagten hingegen nachts. Große Pflanzenfresser wiederum waren nahezu rund um die Uhr auf Futtersuche. Das schließen die Paläontologen aus den Fossilien von insgesamt 33 Dinosauriern, Flugsauriern und frühen Vögeln.

Schmitz und Motani haben sich die Augenform von mehr als 160 heute lebenden Tierarten angesehen und sie mit deren Tag- und Nachtrhythmus verglichen. Aufgefallen sind ihnen Unterschiede in der Form des Skleralrings, einer knöchernen ringförmigen Verstärkung um das Auge von Vögeln und vielen Reptilien. Bei tagaktiven Tieren ist die Öffnung des Rings klein, bei nachtaktiven Tieren sehr viel größer - wohl, damit mehr Licht ins Auge fällt.

Die gleichen Unterschiede fanden die Wissenschaftler in den Fossilien von Dinosauriern, Flugsauriern und frühen Vögeln: Neun Arten hatten Augen typisch für Nachtsehen, acht waren offensichtlich tagaktiv und 14 Arten sowohl als auch.

„Ob eine Art nacht- oder tagaktiv ist, hängt von ihrer Körpergröße, ihrer Nahrung und ihrem Lebensraum ab“, schreiben die Forscher in „Science“. Große Pflanzenfresser beispielsweise mussten einen Großteil ihres Lebens mit der Futtersuche verbringen; sie litten quasi unter Zeitmangel, vor allem, wenn sie den heißen Mittagsstunden entgehen wollten. Daher gingen sie dazu über, auch nachts zu fressen so wie beispielsweise die heutigen Elefanten.

Lebende Beute jagen lässt sich hingegen besser ausschließlich bei Nacht. Dass bereits Dinosaurier die Dunkelheit der Nacht zu schätzen wussten, ist auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt erstaunlich ? in der Wissenschaftswelt aber wirft es einige eingesessene Theorien über den Haufen: „Dinosaurier wurden als langsame, wechselwarme Tiere porträtiert, und es war schwer vorstellbar, dass sie nachts, bei niedrigeren Umgebungstemperaturen, aktiv waren“, sagt Lars Schmitz.

Er habe das Forschungsprojekt begonnen, weil er selbst es stets logisch fand, dass es nicht nur nachaktive Säugetiere sondern auch nachtaktive Saurier gegeben habe, fügt Schmitz hinzu, „allerdings ist es sehr schwierig, dies mit Daten zu belegen.“

dpa

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