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Wissen Eigenfett-Injektionen zur Brustvergrößerung sind umstritten
Nachrichten Wissen Eigenfett-Injektionen zur Brustvergrößerung sind umstritten
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21:45 22.12.2012
Das Interesse an Eigenfett-Injektionen zur Brustvergrößerung ist gestiegen. Aber sind sie sicherer als Silikon-Implantate? Quelle: dpa
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Berlin/Hannover

Nachdem Silikon-Implantate in Verruf gekommen sind, fragen immer mehr Frauen nach einer Brustvergrößerung mit Eigenfett. „Unter Experten gibt es dazu zwei gegensätzliche Meinungen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (Berlin). Die Nachfrage steige, sagte Prof. Peter M. Vogt, der Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover.

„Einerseits ist es eine faszinierende Methode, die relativ einfach durchzuführen und für die Patientinnen wenig belastend ist“, sagte der Mediziner. „Andererseits gibt es Bedenken, dass bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett in der Brust ein Tumor entsteht.“ Zwar sei ein solcher Fall noch nie nachgewiesen worden und die Gefahr werde unterschiedlich eingeschätzt - „aber es gibt ein Restrisiko“.

Für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett wird an anderer Stelle, zum Beispiel am Bauch, Fett abgesaugt und dann in die Brust gespritzt. Vorteil: Es ist keine Operation und keine Vollnarkose nötig. Nachteil: Es muss je nach angestrebter Vergrößerung über Monate hinweg bis zu sechs, acht Mal nachgespritzt werden, weil der Körper das Fett teilweise wieder abbaut. Die Kosten halten sich in etwa die Waage.

Im Jahr 2011 wurden nach Angaben der Fachgesellschaft 25 000 Brustvergrößerungen durchgeführt, davon 24 000 mit Silikon und 1000 mit Eigenfett. „Ein Implantat ist nach wie vor der Goldstandard in der Brustvergrößerung“, sagte Vogt. Eigenfett eigne sich häufig in der Rekonstruktion, zum Beispiel nachdem ein Tumor entfernt wurde. Zur kosmetischen Vergrößerung könne die Fachgesellschaft das Verfahren - noch - nicht empfehlen, sagte Vogt: „Da ist noch zu viel unklar.“

dpa

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