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Wissen Ebay: Frauen verdienen schlechter als Männer
Nachrichten Wissen Ebay: Frauen verdienen schlechter als Männer
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09:36 09.03.2016
Forscherinnen haben die Auktionsplattform Ebay unter die Lupe genommen und festgestellt, dass Frauen meist weniger für ihre Produkte bekommen als Männer. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Washington/Tel Aviv

Im Durchschnitt verdienen Ebay-Verkäuferinnen in den USA 20 Prozent weniger mit neuen Produkten als Männer. Das ergab eine Studie von Wissenschaftlern, die im Journal "Science Advances" veröffentlicht wurde. Demnach erhalten Frauen für jeden Dollar, den Männer mit einem neuen iPod oder einer neuen Kamera auf Ebay verdienen, nur 80 Cent. Bei gebrauchter Ware ist der Unterschied kleiner. Aber auch damit verdienen die Frauen weniger. Sie bekommen von den Käufern 97 Cent, während ihre männlichen Wettbewerber einen Dollar erhalten.

Es kann nicht am Verhandlungsgeschick liegen

Für die Studie haben zwei Wissenschaftlerinnen der Universität Tel Aviv drei Jahre lang über eine Million Ebay-Daten ausgewertet, die sie vom US-Konzern zu Verfügung gestellt bekommen haben. Grundlage waren die Preise der 420 beliebtesten Produkte, die zwischen 2009 und 2012 auf Ebay verkauft wurden.

Am Verhandlungsgeschick der Verkäuferinnen kann es nicht gelegen haben, dass die Frauen weniger verdienten, da die Forscherinnen nur Auktionen untersuchten. Dabei haben die Ebay-Verkäufer keinen Einfluss auf das Verhalten der Bieter – abgesehen von der Gestaltung der Anzeige. Berücksichtigt wurden nur private Verkäufer.

Forscherinnen geben Ebay keine Schuld

Das Auktionsportal hat nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen keine Schuld an der Diskriminierung, da Ebay das Geschlecht der Verkäufer nicht offen legt. Sie vermuten vielmehr, dass die unterschiedliche Art der Waren-Präsentation eine mögliche Ursache sein könnte, warum die Frauen schlechtere Preise bekamen. Eine Analyse habe gezeigt, dass Frauen und Männer an unterschiedliche Gefühle appellieren, wenn sie ihre Produkte verkaufen, so die Wissenschaftlerinnen. Und auch was sie sonst so auf Ebay verkauften, spiele eine Rolle.

Manchmal lässt sich das Geschlecht aber doch erkennen – am Verkäufernamen. In diesen Fällen liegt für die Studienautoren der Schluss nahe, dass die Frauen tatsächlich diskriminiert werden, wenn auch unbewusst: Die Menschen neigten dazu, Produkten einen niedrigeren Wert zuzumessen, wenn sie von Frauen angeboten würden. Das passiere häufiger bei Technik-Produkten wie iPhones oder Kameras, schreiben die Forscherinnen.

Experiment belegt Diskriminierung der Frauen

Noch deutlicher wurde die Diskriminierung bei einem Folgeexperiment: Auf der Plattform Amazon Mechanical Turk boten die Forscher unter den Namen "Brad" und "Alison" jeweils einen 100-Dollar-Gutschein an und fragten, wieviel die Leute zu zahlen bereit seien. Brad erhielt im Schnitt 87,42 Dollar, Alison nur 83,34 Dollar.

abr

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