Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Pilz bedroht Eschenbestand in Europa

Massives Baumsterben Pilz bedroht Eschenbestand in Europa

Der Eschenbestand in Europa ist gefährdet. Grund dafür ist ein aggressiver Pilz, gegen den Forscher bislang machtlos sind. Und auch eine Käferart könnte den Bäumen in Deutschland bald zusetzen. Umweltschützer raten dennoch zu Gelassenheit.

Voriger Artikel
Ägypten hält Grabkammer-Hype aufrecht
Nächster Artikel
Raucherinnen vermindern Lebenserwartung der Bevölkerung

Deutlich sind abgestorbene Äste an der Krone einer Esche (Fraxinus excelsior) zu erkennen.

Quelle: dpa

Hannover/Braunschweig. Ein parasitärer Pilz sorgt in Europa derzeit für ein massives Absterben von Eschen. Auch Deutschland ist von dem Problem betroffen. In Niedersachsen seien bereits 2006 die ersten kranken Bäume festgestellt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Gegen den Erreger lässt sich nach Ansicht der Forscher nichts ausrichten, weil er sich unter anderem durch die Luft verbreitet. Der waldpolitische Sprecher der Umweltorganisation BUND Niedersachsen, Karl-Friedrich Weber, mahnte dennoch zu Gelassenheit.

Bei dem Erreger, der den Bäumen so zusetzt, handelt es sich um eine Nebenfrucht des sogenannten Falschen Weißen Stängelbecherchens - ein Pilz, der ursprünglich nur in Asien bekannt war. Er verbreitet sich unter anderem durch die Luft und kann deshalb kaum bekämpft werden. Auch in Niedersachsen sind viele Eschen von dem Pilz befallen. Von einem landesweiten Eschentriebsterben wie in anderen Regionen Europas könne aber keine Rede sein, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Dennoch habe sich die Lage der Eschen in Deutschland in den vergangenen Jahren weiter verschärft, sagte Gerlinde Nachtigall vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig. Viele Fragen zu dem Pilz seien wissenschaftlich jedoch noch nicht abschließend erklärt. 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Niedersachsen (BUND) warnt deshalb vor übereilten Maßnahmen. „Natürlich ist ein partieller Befall in Niedersachsen unstrittig“, sagte der waldpolitische Sprecher Weber: „Wir dürfen die Selbstheilungskräfte der Natur aber nicht unterschätzen. Was anderes bleibt uns ohnehin nicht übrig.“ Weber warnte davor, mit „chemischen Keulen“ gegen den Pilz vorzugehen, deren Auswirkungen sich nicht überblicken ließen.

Die Esche gehört wegen ihrer hohen Holzqualität zu den sogenannten Edellaubhölzern. Sie macht in Niedersachsen laut Ministerium rund ein Prozent der Waldfläche aus. In anderen Teilen Europas droht der Esche noch von einer anderen Seite Gefahr. Den sogenannten Eschenprachtkäfer fürchteten die Forstleute und Forstwissenschaftler enorm, sagte Nachtigall vom Julius Kühn-Institut. Er bahne sich derzeit seinen Weg über Russland nach Europa. Bislang sei der Käfer in Deutschland aber noch nicht aufgetaucht.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissen
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

  • Verbraucher
    Rund ums Geld

    Jeden Montag präsentieren wir Verbraucher- und Finanztipps und die Testsieger der Stiftung Warentest. mehr

  • Bauen & Wohnen

    Jeden Samstag neu: Tipps und Trends zu Haus und Garten, Bauen, Renovieren, Architektur und Wohnen. mehr

  • Auto & Verkehr

    Lesen Sie jeden Samstag Fahrberichte und Tipps für Autofahrer. Täglich aktuell: die Verkehrslage in und um Hannover. mehr