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Wissen Pilz bedroht Eschenbestand in Europa
Nachrichten Wissen Pilz bedroht Eschenbestand in Europa
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14:01 02.04.2016
Deutlich sind abgestorbene Äste an der Krone einer Esche (Fraxinus excelsior) zu erkennen. Quelle: dpa
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Hannover/Braunschweig

Ein parasitärer Pilz sorgt in Europa derzeit für ein massives Absterben von Eschen. Auch Deutschland ist von dem Problem betroffen. In Niedersachsen seien bereits 2006 die ersten kranken Bäume festgestellt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Gegen den Erreger lässt sich nach Ansicht der Forscher nichts ausrichten, weil er sich unter anderem durch die Luft verbreitet. Der waldpolitische Sprecher der Umweltorganisation BUND Niedersachsen, Karl-Friedrich Weber, mahnte dennoch zu Gelassenheit.

Bei dem Erreger, der den Bäumen so zusetzt, handelt es sich um eine Nebenfrucht des sogenannten Falschen Weißen Stängelbecherchens - ein Pilz, der ursprünglich nur in Asien bekannt war. Er verbreitet sich unter anderem durch die Luft und kann deshalb kaum bekämpft werden. Auch in Niedersachsen sind viele Eschen von dem Pilz befallen. Von einem landesweiten Eschentriebsterben wie in anderen Regionen Europas könne aber keine Rede sein, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Dennoch habe sich die Lage der Eschen in Deutschland in den vergangenen Jahren weiter verschärft, sagte Gerlinde Nachtigall vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig. Viele Fragen zu dem Pilz seien wissenschaftlich jedoch noch nicht abschließend erklärt. 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Niedersachsen (BUND) warnt deshalb vor übereilten Maßnahmen. „Natürlich ist ein partieller Befall in Niedersachsen unstrittig“, sagte der waldpolitische Sprecher Weber: „Wir dürfen die Selbstheilungskräfte der Natur aber nicht unterschätzen. Was anderes bleibt uns ohnehin nicht übrig.“ Weber warnte davor, mit „chemischen Keulen“ gegen den Pilz vorzugehen, deren Auswirkungen sich nicht überblicken ließen.

Die Esche gehört wegen ihrer hohen Holzqualität zu den sogenannten Edellaubhölzern. Sie macht in Niedersachsen laut Ministerium rund ein Prozent der Waldfläche aus. In anderen Teilen Europas droht der Esche noch von einer anderen Seite Gefahr. Den sogenannten Eschenprachtkäfer fürchteten die Forstleute und Forstwissenschaftler enorm, sagte Nachtigall vom Julius Kühn-Institut. Er bahne sich derzeit seinen Weg über Russland nach Europa. Bislang sei der Käfer in Deutschland aber noch nicht aufgetaucht.

dpa

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